Gesundheit:Bremen
Nr. 8 Frühling '10
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Neues aus den Kliniken
DIAKO Ev. Diakonie-Krankenhaus

DIAKO ausgezeichnet
Mit überdurchschnittlichem Erfolg hat das DIAKO bereits zum dritten Mal das Qualitätszertifikat ›Kooperation für Transparenz und Qualität im Gesundheitswesen‹ (KTQ) erhalten. Dieses Gütesiegel bescheinigt dem DIAKO, dass es die hohen Anforderungen der für Krankenhäuser in Deutschland gültigen Qualitätsstandards in vollem Umfang erfüllt. Bundesweit gibt es nur wenige Kliniken, die in der KTQ-Rezertifizierung ein ähnlich gutes Ergebnis erreicht haben.
Rotes Kreuz Krankenhaus

Rheumatologie wird 25
Am 24. September feiert das Rotes Kreuz Krankenhaus (RKK) das 25-jährige Jubiläum der Rheumatologie mit einem Festakt in der Oberen Rathaushalle. Seit 1985 bietet die Rheumatologie im RKK Patienten aus dem gesamten nordwestdeutschen Raum eine spezialisierte Anlaufstelle. Der interdisziplinäre Behandlungsansatz des Rheumazentrums besitzt weithin Modellcharakter: Es vereint das Fachwissen der internistischen und orthopädischen Rheumatologie mit dem der Schmerzmedizin und physikalischen Therapie.
DIAKO Ev. Diakonie-Krankenhaus
Frauenklinik: Krebs-Fachtagung
Kurz nach seinem Besuch der internationalen Tagung der ASCO (American Society of Clinical Oncology) in Chicago veranstaltet der Chefarzt der DIAKO-Frauenklinik, Professor Dirk Kieback, am 18. und 19. Juni in einem Veranstaltungszentrum an der Waterfront einen Fachkongress zur Frauenheilkunde. Am Freitag stehen von 15 bis 20 Uhr die Ergebnisse von ASCO auf dem Programm. Weiter geht es an diesem Tag um Neuigkeiten der amerikanischen Gesellschaft für Gynäkologie und gynäkologische Karzinome. Am Sonnabend referieren Mediziner aus ganz Deutschland über Brustkrebs, internistische Onkologie und gynäkologische Onkologie. Die Tagung endet am Sonnabend mit einem Patientenforum zum Thema ›Antihormonelle Therapie und deren Nebenwirkungsmanagement‹.
St. Joseph-Stift

Neu im Netz: barrierefrei und leicht gemacht
Noch informativer im Internet: Das St. Joseph-Stift hat seine Online-Präsenz unter www.sjs-bremen.de komplett aktualisiert. Der Auftritt hat eine junge, frische Optik erhalten, eine eindeutige Navigation und ist weitgehend barrierefrei. Auch die Suche nach Krankheitsbildern gestaltet sich ab sofort für Internet-Nutzer leicht und übersichtlich.
St. Joseph-Stift
Neue Abteilungsleitungen Pflege
Nicht nur der ärztlich-medizinische Bereich des St. Joseph-Stift entwickelt sich stetig weiter, sondern auch die Pflege. Am 1. April haben sechs neue Abteilungsleitungen in der Pflege ihre Arbeit aufgenommen. Sie entwickeln neue Konzepte und verbessern die Arbeitsabläufe und Strukturen in den Fachabteilungen. Damit werden die Teamleitungen auf den Stationen entlastet und können sich besser um ihre Kernaufgabe, die Pflege der Patienten, kümmern.

Roland-Klinik
Neuer Pflegedienstleiter
Jens Bergmann übernimmt die Pflegedienstleitung in der Roland-Klinik. Der 40-Jährige folgt auf Michael Drube, der die Klinik Ende 2009 verließ. Jens Bergmann ist ausgebildeter Krankenpfleger und diplomierter Pflegewirt. Seit 2006 leitete er den Pflegedienst und die Verwaltung im Marienstift im thüringischen Arnstadt, einer ebenfalls orthopädisch ausgerichteten Klinik. Nun zieht es den gebürtigen Soltauer wieder zurück in den Norden. Er tritt am 1. Juli 2010 seinen Dienst in der Roland-Klinik an.
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Belastet im Beruf
Früher litten Seeleute unter der Vitaminmangelkrankheit Skorbut, Bergmänner unter einer Staublunge. Moderne Berufstätige plagen eher Sehnenscheidenentzündungen, Verspannungen und Rückenschmerzen.
Krankheiten, die durch den Beruf hervorgerufen werden oder ihn zur Last werden lassen, hat es immer schon gegeben. Im Computerzeitalter wird im Sitzen gearbeitet – und das belastet Rücken und Wirbelsäule stärker als Stehen oder Gehen. Außerdem haben Studien ergeben, dass Arbeitsstress der Seele nicht gut tut und körperliche Beschwerden nach sich ziehen kann, wie etwa Rückenleiden oder Herz-Kreislauf-Erkrankungen. Welche Behandlungen die Freien Kliniken Bremen anbieten, damit Patienten wieder auf die Beine kommen und nicht berufsunfähig werden, lesen Sie im Titelthema dieser Ausgabe.
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»Das Kreuz stärken«
Sitzende Tätigkeiten belasten die Bandscheiben. Das DIAKO Ev. Diakonie-Krankenhaus, Kompetenzzentrum mit orthopädischer Notfallaufnahme, setzt bei Bandscheibenvorfällen zunächst auf konservative Behandlung. Operiert wird nur mit einem kleinen Schnitt, berichtet Chef-Unfallchirurg Dr. Martin Lewandowski.
- Gesundheit:)Bremen: Herr Dr. Lewandowski, warum ist es so ein Kreuz mit dem Kreuz?
- Dr. Martin Lewandowski, Leiter der Unfall- und Wirbelsäulenchirurgie: Nun ja, aus Sicht der Evolution ist der aufrechte Gang noch ein recht junges Phänomen. Damit geht eine deutlich höhere Belastung der Wirbelsäule als bei den Vierfüßern einher. Eine weitere wesentliche Ursache für Rückenschmerzen und Bandscheibenbeschwerden ist unsere Lebensweise.

- Dr. Martin Lewandowski, Spezialist für Wirbelsäulen- und Unfallchirurgie, behandelt bei akuten und chronischen Beschwerden und bei Verschleißerscheinungen.
- Gesundheit:)Bremen: Das heißt?
- Dr. Martin Lewandowski: Viele Menschen arbeiten im Sitzen und haben auch sonst wenig Bewegung. Eine sitzende Tätigkeit bedeutet für die Bandscheiben eine höhere Belastung als eine moderate körperliche Betätigung. Ich spreche hier natürlich nicht vom Eisenflechter. Aber auch Verspannungen und seelischpsychologische Belastungen wie Stress auf der Arbeit können zu Rückenproblemen führen.
- Gesundheit:)Bremen: Das sagen Sie als Schulmediziner?
- Dr. Martin Lewandowski: Das ist mittlerweile auch bei unsereinem unbestritten. Was kann man tun, wenn es zu einem Bandscheibenvorfall gekommen ist? Wir versuchen zunächst, alle nicht-operativen Maßnahmen auszuschöpfen. Dies gelingt in rund 90 Prozent der Fälle. Wenn der Patient keine Lähmungserscheinungen oder Taubheitsgefühle hat, behandeln wir ihn mit Schmerzmitteln und Physiotherapie. Gerade Bewegung ist gut für den Rücken. Wichtig ist, dass der Patient seinen Lebensstil ändert, sich vernünftig bewegt und Sport treibt. Tägliche Rückengymnastik von 20 Minuten ist besser als einmal die Woche ins Fitnessstudio zu gehen. Sie sehen, der größte Feind dabei, einen Bandscheibenvorfall zu überwinden und einem weiteren vorzubeugen, ist der innere Schweinehund. Auch Muskelaufbau ist wichtig. Dabei dürfen die Bauchmuskeln nicht vernachlässigt werden.
- Gesundheit:)Bremen: Warum nicht?
- Dr. Martin Lewandowski: Sie müssen sich das so vorstellen, dass die Wirbelsäule vorne und hinten verspannt ist. Die Bauchmuskeln zählen zu den Muskeln, die den Rücken stabilisieren.
- Gesundheit:)Bremen: Wann ist es mit Turnen nicht mehr getan?
- Dr. Martin Lewandowski: Wenn der Bandscheibenvorfall etwa auf eine Nervenwurzel drückt und der Patient Lähmungserscheinungen hat oder das Rückenmark abgequetscht wird, operieren wir. Dank Kernspintomografie können wir den Vorfall exakt orten und mit einem kleinen Schnitt schonend operieren. Nach etwa vier Wochen kann der Patient in aller Regel zurück in den Beruf. Aber auch nach der Operation gilt, dem inneren Schweinehund Paroli zu bieten und auf vernünftige Bewegung und Sport zu setzen.
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Filigrane Wunderwerke
Wenn die Finger erkranken, wird Arbeiten unmöglich – oder zur Qual. In der Roland-Klinik und im Rotes Kreuz Krankenhaus wird Betroffenen geholfen.

- Spezialisten für anspruchsvolle Handoperationen (von links): Dr. Ingo Arnold (RKK) und Dr. Hans-Joachim Bauer (Roland-Klinik).
Am Computer schreiben, Waren verpacken, Hände schütteln: Unsere fünf Finger leisten vielfältige Dienste, und entsprechend kompliziert sind ihre 15 Gelenke. Denn anders als zum Beispiel das Sprunggelenk sind Fingerknöchel und Mittelgelenke nicht reine Scharniere zum Beugen oder Strecken. Vielmehr können sie sich verdrehen und abwinkeln, wobei Bänder fein abgestimmt die Führung übernehmen müssen. »Finger sind filigran und die Arbeit daran anspruchsvoll«, sagt Dr. Hans-Joachim Bauer, Chefarzt der Handchirurgie in der Roland-Klinik. Er sieht in dem auf den Bewegungsapparat spezialisierten Haus die vielfältigsten Schädigungen: ob von Verschleiß (Arthrose) befallene Gelenke oder bei Stürzen gebrochene Hände. Auch im Rotes Kreuz Krankenhaus beschäftigen geschädigte Finger die Ärzte – aus rheumatologischer Sicht. »Hat ein Mensch Rheuma, sind zu 80 Prozent neben dem Handgelenk die Fingergrundgelenke, also die Fingerknöchel, mitbetroffen«, erklärt Dr. Ingo Arnold, Chef der Klinik für Orthopädie und operative Rheumatologie. So unterschiedlich die Ursachen, so ähnlich die Therapien, über die sich die Mediziner zum Beispiel im Qualitätszirkel Rheumatologie austauschen. Müssen die Ärzte der Roland-Klinik beispielsweise wegen Arthrose behandeln, »spritzen sie zunächst Cortison gegen die Schmerzen und die Schwellung des Gelenks durch zu viel Gelenkschmiere, die Synovia. Sie entsteht bei einer Erkrankung und kann dazu führen, dass Bänder überdehnen«, so Bauer.
Im Ernstfall Gelenkersatz
Notfalls entfernen die Chirurgen geschädigtes Gewebe operativ, lösen verkürzte Bänder und verstärken oder ersetzen überdehnte Bänder. In ernsten Fällen bauen sie einen Gelenkersatz ein. »Der ›Swanson-Spacer‹ ist dafür der Goldstandard«, sagt Bauer. Das zierliche Gebilde aus Kunststoff, das zwischen die Knochenenden gesetzt wird und schmerzhaftes Reiben verhindert, verwendet auch Ingo Arnold, wenn nichts anderes mehr hilft. Rheuma in Fingern oder Hand verläuft schleichend, zerstört nach und nach aber die Gelenkkapsel-Band-Stabilisatoren und den Knorpel. Das verursacht Schmerzen und Fehlstellungen, die Finger sind nicht mehr gut beweglich. Medikamente sind auch bei Rheuma Basis der Behandlung, und sie werden immer besser. »Beim Einsetzen eines Spacers ist das Ergebnis sehr von der konsequenten Nachbehandlung abhängig«, betont Arnold. So müssen Patienten Krankengymnastik machen und oft rund acht Wochen eine spezielle Schiene tragen. Eine lange Zeit – doch einen Trost haben Betroffene: »Patienten müssen nach solchen Operationen nur drei bis vier Tage auf der Station bleiben«, sagt Hans-Joachim Bauer.
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Mit Kurzschaft-Hüftprothese wieder auf Streife

Nicht nur Senioren benötigen manchmal eine neue Hüfte. Im DIAKO Ev. Diakonie-Krankenhaus hilft man damit auch Jüngeren und erhält ihnen so die Berufstätigkeit.
Lange war die angeborene Fehlstellung seiner Hüfte unerkannt geblieben. Doch dann machte sie Bernd Junker zusehends das Leben schwer – denn sie hatte eine Arthrose begünstigt, die zu immer stärkeren Schmerzen, einem Haltungsschaden und Hinken führte. Ein schleichender Prozess. »Irgendwann hat meine Frau gesagt‚ ›du gehst ganz schief‹«, erinnert sich der Polizeibeamte. »Mitte des letzten Jahres konnte ich mir keine Socken mehr selbst anziehen oder die Schuhe zubinden«, so der 47-Jährige. Auch bei seiner Arbeit als Polizist in Achim sei er eingeschränkt gewesen: »Ich hätte niemanden mehr verfolgen können.« Wegen der starken Schmerzen musste er auch die Schreibtischarbeit immer wieder unterbrechen. Die Empfehlung einer befreundeten Orthopädin brachte ihn dann zum DIAKO.

- Professor Dr. Michael Bohnsack erklärt Bernd Junker den Aufbau der Kurzschaftprothese, wie sie bei Junker eingesetzt wurde. Der Gelenkersatz ist ähnlich aufgebaut wie ein Hüftgelenk, und sein Schaft ist um etwa zwei Drittel kürzer als der einer herkömmlichen Prothese.
»Ich hatte von Beginn an ein gutes Gefühl und nach dem Gespräch mit dem Arzt auch keinerlei Bedenken wegen des künstlichen Hüftgelenks«, sagt er. Und: »Ich glaube, dass es falsch ist, zu sagen: Je später eine Prothese, desto besser. Ich habe deutlich an Lebensqualität gewonnen. Und in meinem Alter klappt es auch mit der Heilung und dem Muskelaufbau viel schneller.« Das bestätigt Professor Dr. Michael Bohnsack, Chefarzt der Klinik für Orthopädie und Unfallchirurgie im DIAKO. »Auch ein Aspekt: Bei jüngeren Menschen lässt sich durch den Ersatz eines Knie-, Hüft- oder Schultergelenks eine drohende Berufsunfähigkeit abwenden.«
Muskulatur muss nicht zerschnitten werden
Die Operationsverfahren sind zudem viel schonender geworden, betont Bohnsack, und tatsächlich hat Junker nur eine gerade mal zehn Zentimeter lange Narbe. Die Ärzte operierten ihn gewebeschonend minimalinvasiv: Die gesamte Muskulatur an der Hüfte blieb intakt. Eine anspruchsvolle Methode, die aber ohne den Schnitt durch die seitlichen Muskeln auskommt, wie er immer noch oft praktiziert wird. Bei der OP bekam Junker eine zementfreie Kurzschaftprothese samt Pfanne, sodass dank des kurzen Schaftes nur wenig vom Oberschenkelknochen weggenommen werden musste. Im Übrigen halten moderne Kurzschaftprothesen Bohnsack zufolge inzwischen genauso lang wie die längeren, nämlich im Durchschnitt 15 bis 20 Jahre. Bernd Junker ist froh, dass er diesen Weg gewählt hat. Die Schmerzen sind weg, er geht nicht mehr schief – und hat sogar schon wieder das Tanzbein geschwungen. Auch im Dienst ist er wieder. Und zwar so fit, dass er seinen Schreibtischjob derzeit gegen einen bei der Schutzpolizei eingetauscht hat, wo er für einen Optimierungsprozess verantwortlich ist.
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Fit im Job

Die Betriebsärztinnen und -ärzte der Freien Kliniken Bremen geben Tipps für ein gesundes Arbeitsleben.
Dr. Verena Hartig, DIAKO Ev. Diakonie-Krankenhaus:
Sind Familie und Freundeskreis intakt, fällt es leichter, den Arbeitsanforderungen gerecht zu werden. Bei einem schwierigen Privatleben können die Belastungen krank machen. Sehr wichtig ist darum, dass Sie sich außerhalb Ihres Berufes mit Hingabe anderen Dingen widmen: ob Hobby, Sport, Familie oder Freundeskreis. So laden Sie Ihre Akkus wieder auf. Ein erfülltes und aktives Privatleben ist eine gute Prävention gegen das Ausbrennen. Und gehen Sie achtsam mit sich um: Schlafstörungen oder dauernde Kopfschmerzen können Alarmsignale sein. Dann gilt es, sich Hilfe zu holen. Ein guter Ansprechpartner ist natürlich der Betriebsarzt, der auch die Arbeitsanforderungen und -abläufe kennt.

Dr. Slavko Kerezovic, Roland-Klinik:
Schreibtisch- und Computerarbeit können zu massiven Verspannungen in Nacken und Schultern führen. Hier zwei einfache Übungen zur Entspannung, die Sie nacheinander dreimal am Tag jeweils zehnmal wiederholen sollten. Erstens: Sie sitzen aufrecht am Schreibtisch und legen die Handgelenke locker auf die Tischkante. Nun ziehen Sie die Schulterblätter zusammen, halten die Spannung einige Sekunden und lockern die Schulterblätter wieder. Zweitens: Sie sitzen aufrecht am Schreibtisch. Neigen Sie den Kopf zum Brustbein (›Doppelkinn machen‹). Legen Sie die linke Hand auf den Hinterkopf und drücken Sie ihn in die linke Hand.

Cordula Hamacher, Rotes Kreuz Krankenhaus:
Zeitdruck, nicht klar definierte Aufgaben, aber auch ein schlechtes Betriebsklima können Stress verursachen. Sie schonen sich, indem Sie Ihre Arbeit und das Leben positiv sehen. Zum Beispiel können Sie sich mehrfach am Tag positive Erinnerungen ins Gedächtnis rufen. Zudem tun Sie sich etwas Gutes, wenn Sie auch im Job auf Ihre Ernährung achten. Also: ausreichend trinken, etwa zwei Liter pro Tag, vor allem ungesüßte, kohlensäurearme Getränke. Und fünfmal am Tag Obst oder Gemüse essen. Am besten bringen Sie von Zuhause etwas zu essen zur Arbeit mit, wobei die Nährstoffe ausgewogen sein müssen. Lecker: ein Vollkornbrot mit einem Salatblatt und einem nicht zu fettreichen Belag.

- Die Betriebsärztinnen und -ärzte der Freien Kliniken Bremen (von oben): Dr. Verena Hartig/DIAKO, Dr. Slavko Kerezovic/Roland-Klinik, Cordula Hamacher/Rotes Kreuz Krankenhaus und Bettina Meyer/St. Joseph-Stift.
Bettina Meyer, St. Joseph-Stift:
Wenn Sie am Bildschirm arbeiten, sollten Sie Ihre Augen regelmäßig vom Betriebs- oder Augenarzt untersuchen lassen. Wichtig: Ihr Arbeitsplatz muss gut und gleichmäßig ausgeleuchtet sein. Vermeiden Sie, dass das Licht Sie blendet. Pausen und Bewegung entspannen die Augen. Schon ab und zu ein Gang zum Kopierer hilft. Eine gute Erholung: Reiben Sie Ihre Handflächen warm, und legen Sie die Hände auf die geschlossenen Augen. Genießen Sie zwei Minuten Dunkelheit und Wärme. Super für zwischendurch: Den Blick aus dem Fenster bewusst ins Ferne schweifen lassen oder herzhaft gähnen, das kurbelt die Produktion von Tränenflüssigkeit an.
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Rückenschule, Shibashi und Co.
Die Freien Kliniken Bremen bieten besondere Kurse an, mit denen sich Stress, Verspannungen und chronischen Schmerzen begegnen lassen.

- Mit der richtigen Haltung das Kreuz entlasten. Lernen, wie man sich gut entspannt. In der Gruppe geht’s leichter.
Im umfangreichen Gesundheitsprogramm des DIAKO Ev. Diakonie-Krankenhaus wenden sich viele Kurse direkt an Menschen im Berufsleben – bei Wirbelsäulengymnastik und Pilates zur Rückenschulung angefangen. ›Ausstieg aus dem Hamsterrad‹ sind zwei Kurse überschrieben, in denen es um gesunde Ernährung und Ausdauertraining zum Stressabbau geht. Shibashi, eine Form der alten chinesischen Technik Qigong, will durch sanfte Bewegung körperliche und geistige Gesundheit vermitteln. Dabei lernen Interessierte 18 einfache Bewegungsübungen. Menschen an Bildschirmarbeitsplätzen leiden häufig an Augenbrennen oder verschwommenem Sehen. Ihnen bietet das Haus unter anderem ein Training mit sanften und entspannenden Bewegungsübungen an.
›Entspannte Schulter, gelöster Nacken‹ heißt ein Kursus im St. Joseph-Stift zu Bewegungs- und Dehnungsübungen, die sich in den Alltag integrieren lassen. Zu dem vielseitigen Kursangebot gehören auch ein Rücken- und Haltetraining oder die Alexander-Technik, die ebenfalls bei Rücken- sowie bei Gelenkschmerzen helfen kann. Teilnehmende lernen dabei unter anderem, eigene Haltungs- und Bewegungsgewohnheiten zu beobachten und zu verbessern.
Zu systematischer Entspannung verhilft die Progressive Muskelentspannung nach dem US-amerikanischen Arzt und Physiologen Edmund Jacobsen. Dabei werden Muskeln nach und nach auf Kommando angespannt und wieder gelöst. Bei genug Übung können Teilnehmende sogar Verspannungen frühzeitig erkennen und selbst lösen. An Rheumakranke wenden sich die Wasserfitness-Kurse des Bremer Landesverbandes der Deutschen Rheumaliga zum Beispiel im Bewegungsbad der Roland-Klinik. Ziele sind unter anderem Bewegungsverbesserung und Schmerzminderung. Die verschreibungspflichtigen Kurse tun offenbar den Teilnehmern gut – denn viele besuchen und bezahlen sie auch dann weiter, wenn die Krankenkasse die Kosten nicht mehr übernimmt.
Auch im Rotes Kreuz Krankenhaus schließlich wird im Wasser geturnt – unter dem Motto ›Spiel und Spaß im Wasser‹. Im Bewegungsbad der Klinik veranstalten Physiotherapeuten mit den Teilnehmern Spiele und Übungen, die sich die Eigenschaften des Wassers wie zum Beispiel Thermik, Wärme, Widerstand und hydrostatischen Druck zunutze machen. So dienen die Kurse dem Muskelaufbau und der Kräftigung ebenso, wie sie das Herz-Kreislauf-System aktivieren – oder einfach nur entspannen.
Weitere Information zum Beispiel im Internet:
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Hohe handwerkliche Kunst

Immer bessere Diagnostik, immer feinere Operationsinstrumente, eine immer exaktere Überwachung von Eingriffen am Bildschirm: Der medizinische Fortschritt hat viele Facetten, die die Sicherheit und das Wohlbefinden der Patienten erhöhen.
Immer bessere Diagnostik, immer feinere Operationsinstrumente, eine immer exaktere Überwachung von Eingriffen am Bildschirm: Der medizinische Fortschritt hat viele Facetten, die die Sicherheit und das Wohlbefinden der Patienten erhöhen. Auch die Chirurgie entwickelt sich rasant. Für Operationen beispielsweise an Gefäßen, Organen oder Gelenken reichen Chirurgen heute vielfach wenige kleine Schnitte. Das senkt den Blutverlust, hinterlässt kaum sichtbare Narben, und Patienten können viel schneller wieder nach Hause zurückkehren als früher. Chirurgie: Das aus dem Griechischen stammende Wort bedeutet so viel wie ›handwerkliche Kunst‹. In den Freien Kliniken Bremen betreiben Operateure sie auf modernstem Niveau. Die Chirurgen bewältigen dramatische Komplikationen wie den Riss einer Schlagader in der Brust, der früher stets ein Todesurteil war. Sie können Menschen besser vor einer der häufigsten Erblindungsursachen bewahren. Dank neuer Überwachungsverfahren sind Wirbelsäulenoperationen weit weniger gefährlich und belastend für die Patienten. Die Nebenschilddrüsen lassen sich gezielt so operieren, dass das Risiko sinkt, die Stimmbänder zu verletzen.
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Nebenschilddrüsen auf der Spur

- Die Nebenschilddrüsen von der Seite
1 Zungenbein
2 Schildknorpel (Teil des Kehlkopfes)
3 Nebenschilddrüsen
4 Schilddrüse
5 Luftröhre
Die linsengroßen Nebenschilddrüsen liegen bei jedem Menschen anders. Ein neues Verfahren hilft den Chirurgen im St. Joseph-Stift, sie ohne großen Eingriff zu finden.
Nebenschilddrüsenerkrankungen sind selten. Bei einer Nebenschilddrüsen-Überfunktion ist in über 90 Prozent aller Fälle nur eine von vier Nebenschilddrüsen vergrößert. Bei einer Standard-Operation untersucht der Chirurg während des Eingriffs alle vier Nebenschilddrüsen, um die erkrankte Drüse zu finden. Ein Verfahren, das die Operation in die Länge zieht, eine größere Narbe am Hals hinterlässt und zu Stimmbandschäden führen kann. Deshalb versuchen einige Chirurgen, vor der Operation die Lage des betroffenen Organs mittels Ultraschall zu bestimmen. Doch auch diese Diagnostik hat Schwächen, wenn ein Patient etwa zusätzliche Knoten in der Schilddrüse hat. In der Klinik für Allgemein- und Viszeralchirurgie des St. Joseph-Stift wird deshalb seit zwei Jahren ein neues Verfahren während der Operation angewendet: MIRP – die Abkürzung steht für nuklearmedizinisch geführte minimalinvasive Nebenschilddrüsenentfernung.
Sensor reagiert auf Strahlung
»Zusätzlich zur ersten Positionsbestimmung per Ultraschall bekommen unsere Patienten vor dem Eingriff eine Spritze mit schwach radioaktivem Stoff, der die betroffene Nebenschilddrüse anzeigt«, erklärt Chefarzt Privatdozent Dr. Wolfgang Sendt. Während der Operation fährt der Chirurg mit einem Sensor am Hals des Patienten entlang, der die abgegebene Strahlung misst. Sobald er eine Stelle erreicht, bei der die Strahlung einen Grenzwert überschreitet, erzeugt das Messgerät ein Geräusch. So lässt sich die betroffene Nebenschilddrüse deutlich sicherer finden als durch Ultraschall allein.

- Chefarzt Privatdozent Dr. Wolfgang Sendt
»Dann reicht ein kleiner Schnitt am Hals aus, um das Organ zu entfernen«, so Sendt. »Zur Bestätigung der Diagnose misst unser OP-Team während der Operation den Parathormonspiegel, der bei einer Nebenschilddrüsenüberfunktion erhöht ist. Nach dem Entfernen der betroffenen Nebenschilddrüse sinkt dieser sofort. Außerdem schicken wir das entnommene Gewebe noch während der Operation zur Pathologie. Nach etwa 20 Minuten haben wir dann die endgültige Bestätigung, ob die entnommene Nebenschilddrüse betroffen war.«
Wegen der positiven Erfahrungen operiert Sendt heute nahezu ausschließlich mit dem MIRP-Verfahren: Es verkürzt die Operationszeit, zudem sind der Hautschnitt und die spätere Narbe deutlich kleiner. Das Gewebe rund um die anderen Nebenschilddrüsen wird geschont. Und es gibt kein Risiko, den Stimmbandnerv der nicht betroffenen Seite zu schädigen. Das wichtigste Argument für die meisten Patienten ist, dass sie schon nach zwei Tagen ohne Beschwerden nach Hause zurückkehren können.
Kurz & Knapp: Nebenschilddrüsen – Funktion/Überfunktion
Die menschlichen Nebenschilddrüsen liegen versteckt hinter der Schilddrüse, zwischen Stimmbandnerven und Halsschlagader, und bei jedem etwas anders. Die meisten Menschen haben vier Nebenschilddrüsen. Die Epithelkörperchen, wie diese Organe auch genannt werden, bilden das Parathormon, das den Kalziumspiegel im Körper reguliert. Bei einer Überfunktion, dem primären Hyperparathyreoidismus, bildet meist eine der Nebenschilddrüsen zu viel Parathormon. Die Folgen lassen sich aus einer alten medizinischen Eselsbrücke ableiten: Stein-Bein-Magen-Pein. Denn Nierensteine, Knochenbrüche/Osteoporose und Magengeschwüre galten früher als Hinweis auf die Erkrankung.
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»Schön, dass ich keine Narbe habe«
Eine Gebärmutter-Operation belastet jede Frau. Mit einer neuartigen Methode können Spezialisten in der Frauenklinik des DIAKO aber die Risiken großer Eingriffe vermeiden: Dank SILS benötigen sie nur einen Einstich.

- Silvia Wetjen konnte nur vier Tage nach ihrer großen Operation entlassen werden, weil sie in der Abteilung von Professor Dr. Dirk G. Kieback mit einer neuen Methode operiert worden war.
Bei der Single Incision Laparoscopic Surgery, kurz SILS, stechen Operateure durch den Nabel – früher mussten sie an drei bis fünf Stellen die Bauchdecke durchdringen. Die Ärzte können so auch größere Operationen im Bauchraum, wie das Entfernen von Eierstöcken, Gebärmutter, Zysten und Tumoren, ausführen.
In Deutschland wird die Methode erst seit dem Frühjahr 2009 praktiziert, sagt Professor Dr. Dirk G. Kieback, Chefarzt der Frauenklinik im DIAKO Ev. Diakonie-Krankenhaus. In Bremen ist die von ihm geführte Klinik die bislang einzige, die diese Methode anbietet. Seit September 2009 hat das Team knapp 20 SILS-Operationen ausgeführt und dabei Patientinnen Gebärmutter, Eierstöcke, Eileiter oder Tumore entfernt.
In den Bauchnabel wird dabei ein so genannter Trokar – ein Hohlkörper – eingeführt, durch den eine Kamera und fexibel abwinkelbare Spezialinstrumente geschoben werden. Eine besonders schonende und Risiken senkende Methode, die sich vor allem für Menschen mit Begleiterkrankungen wie Herz- und Kreislaufschwäche, Diabetes oder Bluthochdruck und Übergewicht eignet. Der Blutverlust ist minimal, zudem vermeidet die Technik Narben und vermindert die Schmerzen nach dem Eingriff.
Keine Schmerzen nach der OP: Diese Erfahrung hat auch Silvia Wetjen (42) gemacht, deren Gebärmutter im Januar durch den Bauchnabel entfernt wurde. »Wenn ich meinen Bauch ansehe, habe ich praktisch das Gefühl, dass nichts geschehen ist. Mir fehlt nichts. Ich hatte keine Schmerzen und war lediglich etwas benommen von der Narkose. Es ist natürlich auch schön, dass ich keine Narbe habe.« Und: Nur vier Tage nach dem Eingriff konnte Silvia Wetjen wieder nach Hause zurückkehren.
»Die SILS-Methode entwickelt sich dank immer beweglicherer Geräte derzeit rasant weiter«, sagt Chefarzt Kieback. Er selbst gehört zu einem weltweit agierenden sechsköpfigen Expertenrat, der aus Sicht der Praktiker Impulse für die Verfeinerung der Instrumente gibt. Darum erhält das DIAKO als erste Klinik in Deutschland immer die neuesten Instrumententypen. Der Mediziner versichert aber: »Trotz des Interesses an der technologischen Entwicklung stehen bei uns Vorsicht und Sicherheit an erster Stelle.«
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»Mit Stromstimulation sicher operieren«

- Moderne Medizintechnik erspart Patienten das Aufwecken während der Wirbelsäulen-OP.
Bei Wirbelsäulen-Operationen überwachen die Orthopäden in der Roland-Klinik die einwandfreie Funktion von Nerven und Rückenmark mit Neuromonitoring. Der Chefarzt des Wirbelsäulenzentrums, Dr. Zsolt Fekete, erklärt die Vorteile der computergesteuerten Kontrolle.
- Gesundheit:)Bremen: Was genau ist Neuromonitoring?
- Dr. Zsolt Fekete: Damit können wir Unsichtbares sichtbar machen. Während der Wirbelsäulen-Operation überprüfen wir mit Klebe-Elektroden an Beinen oder Armen die Funktion von Nerven und Rückenmark.
- Gesundheit:)Bremen: Wie funktioniert das?
- Dr. Zsolt Fekete: Über die Elektroden, die fortlaufend kleine Stromimpulse an die Arm- oder Beinmuskeln senden. Das Gerät schlägt Alarm, sobald die Funktion auch nur im Geringsten beeinträchtigt wird. Für den Operateur bedeutet das zum Beispiel, dass ein Instrument zu nah am Rückenmark arbeitet. So können wir die unsichtbaren, aber sensiblen Stellen sicher kontrollieren und gegebenenfalls korrigieren.
- Gesundheit:)Bremen: Welche Konsequenzen gäbe es ohne Kontrolle?
- Dr. Zsolt Fekete: Operationen an der Wirbelsäule sind hoch sensibel. Wir arbeiten dicht am Rückenmark, können aber nicht alles einsehen. Wenn zum Beispiel eine Krümmung chirurgisch korrigiert und dabei die Blutzufuhr versehentlich gekappt wird, droht eine Lähmung.
- Gesundheit:)Bremen: Wie wurde früher überprüft, ob alles richtig sitzt?
- Dr. Zsolt Fekete: Neuromonitoring gibt es seit einigen Jahren. Bisher war das System aber so kompliziert, dass nur Neurologen es bedienen konnten und die Einstellungen bis zu zwei Stunden dauerten. Heute ist die Software so weit entwickelt, dass wir das Gerät selbst bedienen können und komplizierte Einstellungen entfallen.

- Dr. Zsolt Fekete, Chefarzt des Wirbelsäulenzentrums der Roland-Klinik.
- Gesundheit:)Bremen: Welche Vorteile hat der Patient dadurch?
- Dr. Zsolt Fekete: Bei Wirbelsäulen-Operationen wurde früher sicherheitshalber mit ›wake-up‹ gearbeitet. Der Patient wurde während der OP aufgeweckt und musste zum Beispiel seine Beine bewegen. So konnten wir sehen, ob es Beeinträchtigungen gibt. Der Patient spürte zwar keine Schmerzen, aber unangenehm war das trotzdem. Mit dem Neuromonitoring ist das nicht mehr nötig. Wir sehen anhand der Stromstimulation, ob etwas eingeklemmt ist oder nicht. Und können so sicher operieren.
- Gesundheit:)Bremen: Bei welchen Eingriffen wird Neuromonitoring eingesetzt?
- Dr. Zsolt Fekete: Bei Deformitätenkorrekturen, Kyphose oder Skoliose – also Verkrümmungen des Rückgrats – und bei allen Eingriffen, bei denen zum Beispiel Schrauben eingearbeitet werden, wie bei einer Versteifung. Und selbstverständlich kommt es immer dann zum Einsatz, wenn das Risiko einer Rückenmarksverletzung besteht. Ein Beispiel sind Eingriffe an der Halswirbelsäule. Geht hier etwas schief, droht halsabwärts eine Lähmung.
- Gesundheit:)Bremen: Ist das Computerprogramm denn sicher?
- Dr. Zsolt Fekete: Ja, ansonsten würden wir es definitiv nicht nutzen. Wir arbeiten seit einem halben Jahr mit einem Gerät der zweiten Generation. Die erste Geräte-Generation kam vor etwa drei Jahren auf den Markt und wurde ausgiebig und sehr erfolgreich getestet.
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Schnelle Notfallhilfe für Schlagadern

- Gefäßchirurgie-Chef Dr. Burkhard Paetz und Radiologin Sabine Bircks besprechen mit Gerda Krampitz ihren Befund.
Wenn eine lebenswichtige Ader reißt, können nur modernste Methoden den Patienten retten. Das Rotes Kreuz Krankenhaus (RKK) hat damit in Bremen die größte Erfahrung.
Wenn eine lebenswichtige Ader reißt, können nur modernste Methoden den Patienten retten. Das Rotes Kreuz Krankenhaus (RKK) hat damit in Bremen die größte Erfahrung.
»Ich hatte gerade einmal von meinem Brötchen abgebissen – da kamen die Schmerzen.« Gerda Krampitz erinnert sich genau an diesen Tag im Februar, der mit einer Notoperation im RKK endete. Sie hatte damals den Notarzt gerufen. Der wies die 85-Jährige umgehend ein.
Im RKK besteht schon seit Jahren das zertifizierte Gefäßzentrum Bremen, das die erste Klinik für Gefäßchirurgie in Bremen und den Bereich Interventionelle Radiologie umfasst. Die Gefäßchirurgen und Radiologen sehen neben häufigen Blutgefäßerkrankungen auch seltene Krankheitsbilder. Als Gerda Krampitz eintraf, klagte sie über heftige Schmerzen in Brust und Rücken. Nach einem Computertomogramm waren die Ärztinnen und Ärzte sicher: Die Hauptschlagader im Brustraum war gerissen.
Eine Ruptur der Brustschlagader gehört zu den besonders bedrohlichen Notfällen, denn dabei ergießt sich Blut in den Brustkorb. Früher war dies stets ein Todesurteil. »Heute gibt es moderne, nur in Zentren wie unserem angewandte Behandlungsmethoden, die die Überlebenschance verbessern«, erklärt Dr. Burkhard Paetz, Chefarzt der Gefäßchirurgie und Leiter des Gefäßzentrums. Aufgrund der wachsenden Lebenserwartung nehmen solche Erkrankungen immer mehr zu. »Gerda Krampitz hatte Glück im Unglück – der Riss war bei ihr nicht so groß. Sie kam noch rechtzeitig zu uns.«

- Die Röntgenaufnahme zeigt das feine Netz des eingesetzten Stents in der Brustschlagader.
Mit mehr als 100 Operationen an der Hauptschlagader jährlich hat das RKK die größte Erfahrung in Bremen. Dennoch sind sie unter Zeitdruck besonders schwierig. Die Gefäßmediziner führen dabei mithilfe eines Applikators einen Schlauch aus Kunststoff und Draht – einen Stent – über die Leistenbeuge in die Aorta ein. Vorsichtig schieben sie die Gefäßprothese durch die Schlagader bis über den Riss hinaus. Dort öffnen sie den Stent so, dass er die beiden Enden der gerissenen Aorta überbrückt.
Enge Zusammenarbeit der Disziplinen
Die Millimeterarbeit erfordert enge Zusammenarbeit von Gefäßchirurgen und Radiologen. »Wir müssen den Patienten während der gesamten Prozedur engmaschig durchleuchten, damit wir genau sehen, wo wir den Stent platzieren«, erklärt Sabine Bircks, leitende Ärztin der Interventionellen Radiologie im Gefäßzentrum Bremen.
Nur Tage nach der Operation sitzt Gerda Krampitz in ihrem Bett und staunt, als ihr die Ärzte die Behandlungsmethode erläutern. Überwiegend sind jedoch Männer betroffen, erklärt Paetz. Meist leiden sie an einer Erweiterung der Aorta, einem Aneurysma. Läuft in die immer größer werdende Ausstülpung der Gefäßwand zuviel Blut, kann der Druck so steigen, dass die Wand reißt. Solche Ausstülpungen entstehen überwiegend in der Bauchaorta, in zehn Prozent der Fälle aber auch im Brustraum. Oft liegt die Neigung zu Aneurysmen in der Familie. Ein wichtiger Risikofaktor ist auch Bluthochdruck.
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Minigürtel gegen den grünen Star
Das Glaukom ist eine der häufigsten Erblindungsursachen. Mit einer neuen Operationsmethode senken die Augenärzte im St. Joseph-Stift das größte Risiko, den hohen Augeninnendruck, sanft und dauerhaft.

- Legt viel Wert auf eine gute Nachsorge im Krankenhaus: Dr. Andreas Mohr, Chefarzt der Augenklinik im St. Joseph-Stift.
Ein hauchzarter Faden schützt Jürgen Boos* davor, zu erblinden. Er hat den grünen Star. Mehrere Jahre lang hat er verschiedene Augentropfen genommen, die den Innendruck des Auges senken. Doch dann vertrug er diese Standardtherapie nicht mehr, seine Augen rebellierten gegen die Medikamente, waren ständig gerötet und gereizt. Letzte Chance: eine Operation, die das gestaute Kammerwasser abfließen lässt und somit den Innendruck senkt.
Beim Glaukom ist das Gleichgewicht zwischen Bildung und Abfluss des Kammerwassers im Augeninneren gestört. Erhöht sich der Druck, ist der Sehnerv gefährdet, und der Verlust des Sehvermögens ist programmiert.
Augentropfen werden unnötig
Jürgen Boos hat eine ›Kanaloplastik‹ geholfen – eine neue Operationstechnik, die schonender und komplikationsärmer ist als herkömmliche Methoden. Und sie senkt den Augeninnendruck deutlich herab. »Auf die Augentropfen können die Patienten oft ganz verzichten, das ist ein echter Gewinn an Lebensqualität«, sagt Dr. Andreas Mohr, Chefarzt der Augenklinik im St. Joseph-Stift, der unterschiedliche Operationsmethoden für dieses Krankheitsbild kennt und anwendet.
Bei der Kanaloplastik verschafft sich Mohr einen winzigen Zugang zum so genannten Schlemm’schen Kanal, der ringförmig um die farbige Regenbogenhaut verläuft. Durch den kleinen Schnitt führt er einen 0,2 Millimeter dünnen Mikrokatheter in dieses Abflusssystem für das Kammerwasser ein. Am Ende des Katheters bringt er einen Faden von nur 0,02 Millimeter Durchmesser an. Diesen platziert er beim Herausziehen des Katheters im Schlemm’schen Kanal. Unter Spannung wird der Faden wie ein Gürtel an der Innenseite zusammengeknüpft. Damit wird der Kanal offen gehalten, und das Kammerwasser kann wieder über seinen natürlichen Weg abfließen.
Bei Boos konnte der Eingriff sogar ambulant erfolgen, denn er hat keine begleitenden Erkrankungen, die man im Krankenhaus während der Operation kontrollieren müsste. Sein einziger Wermutstropfen: Hätte es die Methode schon früher gegeben, dann hätte er sich die jahrelange Behandlung mit Augentropfen erspart. So elegant, wie die Technik ist, so diffizil ist sie auch und erfordert einen Operateur mit großer Erfahrung in der Glaukomchirurgie. Deshalb wird die Kanaloplastik nur in wenigen Augenkliniken angewendet.
* Name von der Redaktion geändert.
Kurz & Knapp: Grauer und grüner Star
Im Volksmund werden sehr ähnliche Begriffe für den grauen Star (Katarakt) und den grünen Star (Glaukom) benutzt. Dennoch handelt es sich um völlig verschiedene Krankheitsbilder. Beim Katarakt ist die Linse getrübt. Der Seheindruck wird von Patienten als nebelig, verwaschen und unscharf beschrieben. Die Krankheit tritt vorwiegend erst im hohen Alter auf. Betroffene bemerken die fortschreitende Sehverschlechterung meist selbst. Mit einer Operation wird die Linse durch eine klare Kunststofflinse ersetzt und die Sehfähigkeit des Patienten weitgehend wiederhergestellt. Das Glaukom verläuft häufig ohne Symptome und betrifft bereits Menschen ab 40. Dabei werden die Netzhaut und der Sehnerv geschädigt. Ausfälle im Gesichtsfeld sind die Folge. Wenn Betroffene dies bemerken, ist der Sehnerv meist schon schwer geschädigt. Ziel einer Therapie ist es immer, das noch bestehende Sehvermögen zu erhalten und eine drohende Erblindung zu verhindern. Ein Glaukomschaden lässt sich auch durch eine Operation nicht mehr rückgängig machen.
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»Wachsam sein und früh handeln«

- Beschäftigt sich auch als Forscher mit neuen Methoden in der Nierenheilkunde und ist Experte im Rotes Kreuz Krankenhaus: Dr. Stefan Herget-Rosenthal.
Mehr als zwei Millionen Menschen in Deutschland leiden an einer fortgeschrittenen chronischen Nierenerkrankung, rund 65.000 müssen regelmäßig zur Blutwäsche – Tendenz steigend. Der Chefarzt der Medizinischen Klinik des RKK, Privatdozent Dr. Stefan Herget-Rosenthal, wirbt darum für Vorbeugung und erläutert neue Methoden.
- Gesundheit:)Bremen: Warum werben Sie für Früherkennung?
- Privatdozent Dr. Stefan Herget-Rosenthal: Viele Patienten, aber auch Hausärzte wissen noch nicht genug um die Problematik der chronischen Nierenerkrankung. Sie wird zum einen immer schlimmer – bis hin zur Dialyse, die eine deutliche Einschränkung von Lebenserwartung und -qualität bedeutet. Zum anderen sterben Nierengeschädigte weit häufiger als alle anderen Menschen an Herzinfarkt, Schlaganfall oder Ähnlichem. Dieser Übersterblichkeit möchte ich entgegenwirken.
- Gesundheit:)Bremen: Haben Sie weitere Gründe?
- Privatdozent Dr. Stefan Herget-Rosenthal: Ich sehe zudem eine Welle von nierenkranken Zucker- oder Hochdruckpatienten auf uns Nierenspezialisten zukommen. Wir werden aber erst gerufen, wenn die Erkrankung fortgeschritten ist. Darum müssen Patienten und Hausärzte wachsam sein und früh handeln. Dass der Nephrologe am Ende der Kette arbeitslos würde – das würde mich freuen.
- Gesundheit:)Bremen: Warum werden immer mehr Menschen chronisch nierenkrank?
- Privatdozent Dr. Stefan Herget-Rosenthal:: Hauptgründe sind, dass die Menschen immer älter werden und dann Zucker oder Bluthochdruck entwickeln. Nicht gut behandelter Diabetes und Hochdruck machen 70 Prozent der Ursachen für chronische Nierenleiden aus. Andere Gründe sind erbliche Krankheiten, zum Beispiel die Zystennieren, oder seltene Rheumaarten.
- Gesundheit:)Bremen: Gibt es weitere Risikofaktoren?
- Privatdozent Dr. Stefan Herget-Rosenthal: Gefährdet sind auch Patienten, die seit Jahren Mittel gegen Gelenk- und Knochenschmerzen einnehmen, Patienten mit fortgeschrittenen Gefäßverkalkungen oder wiederholten Harnwegsinfekten. Riskant sind zudem Rauchen und Übergewicht. Bei diesen beiden Faktoren gibt es jedoch nicht so deutliche Zusammenhänge. Wir wissen aus großen Studien, dass etwa Raucher Nierenschäden häufiger entwickeln als andere. Aber wir können es nicht so gut vorhersagen. Bei Zuckerkranken zum Beispiel gelingt uns das relativ gut.
- Gesundheit:)Bremen: Wie machen Ärzte das?
- Privatdozent Dr. Stefan Herget-Rosenthal: Mithilfe einer ausführlichen Befragung und körperlichen Untersuchung der Patienten, die zum Beispiel erbliche Vorbelastungen oder andere Erkrankungen aufdecken. Aber hauptsächlich basiert das auf Ultraschall und Blut- und Urinuntersuchungen (siehe ›Kurz & Knapp‹).
- Gesundheit:)Bremen: Was raten Sie Risikopatienten und ihren Hausärzten?
- Privatdozent Dr. Stefan Herget-Rosenthal: Risikopatienten sollten einmal jährlich gezielt auf Nierenschäden untersucht werden. Findet man dann etwas, muss man die Ursache abstellen. Also zum Beispiel die Grunderkrankungen wie Zucker oder Bluthochdruck gut mit Medikamenten kontrollieren, wenn das vorher anders war.
Kurz & Knapp: Nierenmarker
Bei Verdacht auf Nierenschäden werden Stoffe bestimmt, die Schädigungen zuverlässig anzeigen – so genannte Nierenmarker. Üblicherweise untersucht das Labor zunächst die Konzentration des Stoffwechselprodukts Kreatinin im Blut. Es reichert sich aber erst an, wenn die Nieren bereits zu über 50 Prozent funktionsunfähig sind. In jüngerer Zeit wurde das körpereigene Eiweiß Cystatin C als guter Nierenmarker erkannt. Sein Spiegel steigt im Blut bei einer Erkrankung ebenfalls an, aber häufig schon in leichten Stadien. Die Bestimmung ist allerdings 15 Mal so teuer wie die von Kreatinin. Sie empfiehlt sich darum nur bei Risikopatienten. Das gilt auch für die Bestimmung des Eiweißes Albumin im Urin, die aber nicht ganz so kostspielig ist. Bei einer beginnenden Störung des Nierenfilters entweicht vermehrt Albumin aus dem Blut in den Urin, wo es sich durch Tests nachweisen lässt
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Kleine Helfer gegen die Angst

- Freundlicher Empfang im Krankenhaus – mit Spielsachen aus der Schnobbl-Welt.
Seit die ›Schnobbls‹ ins Krankenhaus St. Joseph-Stift eingezogen sind, fürchten sich Kinder weniger vor einer Operation.
Denn die freundlichen kleinen Begleiter haben nur eine Aufgabe: für die Kinder im Krankenhaus da zu sein.
Jedes Jahr werden im St. Joseph-Stift etwa 550 Kinder operiert, überwiegend in der HNO-Klinik. Auch ohne
eine Kinderabteilung sind Kinder im Krankenhaus also keine Seltenheit. Etwas Besonderes sind sie trotzdem. Denn Kinder kommen häufig mit großen Ängsten ins Krankenhaus. Neben einer diffusen, kindlichen Angst vor dem Unbekannten sind es häufig auch die Sorgen der Eltern, die diese unbewusst auf ihr Kind übertragen – eine besondere Herausforderung für alle Behandelnden.
Deshalb sind im letzten Dezember still und heimlich kleine Wesen ins Krankenhaus eingezogen und haben dabei nicht nur die Herzen der Kinder und Eltern, sondern auch der Ärzte und Pflegekräfte im Sturm erobert. Die Schnobbls sind liebenswerte wuschelige Wesen, die das Kind vor, während und nach Operationen begleiten. Schon beim ersten Kontakt im Krankenhaus werden die Kinder auf die Schnobbls aufmerksam. Den Figuren begegnen die Kinder auf allen Wegen, die sie mit ihren Eltern vor einer Operation gehen müssen. An gut sichtbaren Stellen sind Schnobbls und ihre Spuren an den Wänden des Krankenhauses angebracht und zwar bewusst in kindgerechter Höhe. Eltern müssen sich da schon einmal bücken, um die freundlichen Gesellen aus der Nähe betrachten zu können. Aber das Wegeleitsystem ist nur ein Baustein eines Gesamtkonzeptes, das hinter den Schnobbls steht.

…schwobb-di-wopp, hier kommt der Schnobbl…
Das Ziel ist es, Ängsten und Unsicherheiten des Kindes bereits vor dem Krankenhausaufenthalt entgegenzuwirken. In der Kindersprechstunde der HNO-Klinik erhalten die Eltern schriftliche und mündliche Informationen zu diesem Konzept. Ihr Kind erhält eine CD, die es vor der Aufnahme ins Krankenhaus zu Hause anhören soll. Die Mischung aus Hörspiel und Musik stimmt auf den Aufenthalt in der Klinik ein und gibt erste Hinweise darauf, dass im Krankenhaus Schnobbls leben und auf Kinder aufpassen. Ziel ist es, für die Kinder von Anfang an eine vertrauensvolle Umgebung zu schaffen, Ängsten vorzubeugen oder bereits vorhandene Ängste abzubauen. Den meisten Kindern muss das Pflegepersonal bei der Aufnahme auf die Station dann auch gar nicht mehr erklären, wer bereits auf sie wartet: Natürlich ein Schnobbl! Als Plüschfigur sitzt eines der Wesen auf dem Kopfkissen und wartet, um den kleinen Patienten auf dem Weg durch den Krankenhausaufenthalt zu begleiten. Die Kosten für CD, Begleitbroschüren und Plüschfigur übernimmt das St. Joseph-Stift, weil es eine kinder- und familienfreundliche Umgebung schaffen möchte.

- Vor und nach der Operation – der freundliche Gefährte hilft und tröstet.
Beim Aufwachen wartet der Schnobbl schon
Die meisten Kinder nehmen den Begleiter und Beschützer dankbar an. Weil alle Mitarbeiter im Krankenhaus St. Joseph-Stift seine Unterstützung sehr schätzen, begleitet er das Kind ganz selbstverständlich auch in den Operationssaal und den Aufwachraum. Auch hier kommt die Figur wieder zum Einsatz: In der Aufwachphase des Kindes wird das bekannte, beruhigende Lied von der Schnobbl-CD vorgespielt. Das schafft für kleine Patienten in dem fremden Aufwachraum eine etwas vertrautere Atmosphäre. Gemeinsam mit den Eltern und dem Plüschgesellen im Arm wird das Kind schließlich auf die ›Schnobbl-Station‹ zurückgefahren.
Natürlich kann auch der fähigste Schnobbl nicht gänzlich verhindern, dass nach einer Operation Schmerzen auftreten. Dennoch kann das kindliche Schmerzempfinden günstig beeinflusst werden. Für das Klinikpersonal ist dies allein dadurch belegt, dass gelegentliche ›panische Ausraster‹ von Kindern vor Operationen seit Einführung des Konzeptes deutlich zurückgegangen sind. Die zahlreichen positiven Rückmeldungen von Eltern und den mittlerweile über 120 behandelten Kindern bestärken die Beteiligten zusätzlich. Und am Ende des Krankenhausaufenthalts? Dann darf das hoffentlich gesunde und schmerzfreie Kind seinen Schnobbl und eine Urkunde mit nach Hause nehmen.
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Professionelle Pflege braucht gute Praxis

- Üben die richtige Hilfe am Krankenbett: Auszubildende im Unterricht.
Die Bremer Krankenpflegschule der Freien Kliniken geht neue Wege in der Ausbildung für Nachwuchskräfte.
»Viele jüngere Pflegekräfte waren nicht nur toll in der Pflege, sie waren auch mitfühlend und fröhlich zugleich. Das war die schönste Antwort auf mein emotionales Chaos, in dem ich nach meiner Krebsdiagnose steckte«, so bedankt sich die bekannte TV- und Radio-Moderatorin Miriam Pielhau in einem Interview bei pflegerischen Nachwuchskräften. Die Ansprüche an junge Menschen, die in die Krankenpflege gehen, sind vielfältig und hoch. Sie müssen pflegerische Verantwortung übernehmen und zugleich das seelische Wohl ihrer Patienten im Blick haben. »Heutzutage leiden Patienten häufig an mehreren Erkrankungen. Wenn sie dann noch wegen eines Unfalls oder einer Operation in ein Krankenhaus müssen und viel früher als vor einigen Jahren entlassen werden, ist eine gute Nachsorge umso wichtiger. Pflegende müssen zunehmend auch so etwas wie Fallmanager sein«, sagt Barbara Venhaus-Schreiber, Leiterin der Bremer Krankenpflegeschule der freigemeinnützigen Kliniken.
Schule und Klinik profitieren
Die Anforderungen steigen, deshalb setzt Venhaus-Schreiber mit den Pflegeverantwortlichen im DIAKO, im Rotes Kreuz Krankenhaus und im St. Joseph-Stift auf intensive Zusammenarbeit für eine gute Praxisvermittlung während der Ausbildung. Neben dem medizinischen Wissen für die Pflege lernen die Auszubildenden zum Beispiel, was alles zu einem Aufnahmegespräch gehört und was zu einer umfassenden Fallbesprechung auf einer Station. Und sie sollen dies auch gleich selbst erproben, indem sie zum Beispiel solche Gespräche leiten und neue Methoden, die sie in der Schule gelernt haben, anwenden.

- Marleen Eisenberger
»Von diesem Wissensaustausch profitieren Schule und Krankenhäuser gleichzeitig«, ist die Leiterin überzeugt. Sie weiß aber auch, dass die Zeit für die Anleitung der jungen Kollegen in den Kliniken oft knapp ist. Aber da die Auszubildenden in den freigemeinnützigen Häusern eingesetzt werden, kann jede Klinik ein besonderes Ausbildungsfeld anbieten. In einem Haus könnten die Auszubildenden lernen, wie sie eine umfassende Patientenfallbesprechung leiten, und in einem anderen Haus, wie sie Patienten mit chronischen Erkrankungen und deren Angehörigen beraten.
Auch schwierige Situationen meistern
Auch wenn das Ausbildungskonzept um diese neuen Aufgaben ergänzt wird, ganz zentral bleibt dabei das Erlernen der Pflege, wie sie tagtäglich gebraucht wird: Beim Waschen helfen, beim Aufstehen und Bewegen nach der Operation begleiten oder die medizinische Behandlung unterstützen durch die Gabe von Infusionen und Spritzen oder das Wechseln von Wundverbänden. In allen Häusern unterstützen speziell ausgebildete Fachkräfte den Nachwuchs, etwa wenn dieser komplexe Situationen einschätzen muss: Was ist zu tun, wenn ein älterer Mensch keine Angehörigen hat, wohin kann er nach seinem Klinikaufenthalt, welche chronischen Krankheiten sind zu beachten, und welche Hilfsmittel braucht er zuhause? Wie erlange ich das Vertrauen von Patienten, und wie spreche ich ihnen Mut zu? Venhaus-Schreiber, die selbst die Pflege von der Pike auf gelernt hat, weiß, wie wichtig dabei das Zutrauen in die eigenen Fähigkeiten ist: »Wir begleiten unsere jungen Nachwuchskräfte von heute dabei, verantwortungsbewusste, souveräne und engagierte Gesundheits- und Krankenpflegerinnen und -pfleger von morgen zu werden.«

- Aaron Brito
Leben und Tod, Gesundheit und Krankheit: In den Freien Kliniken Bremen und in anderen Einrichtungen, die für Menschen in besonderen Lebensphasen
da sind, lernen junge Auszubildende auch, mit schwierigen Situationen umzugehen. Hier erzählen sie, was sie bewegt und wie sie die Ausbildung dabei
unterstützt.
Marleen Eisenberger: »Mich interessiert die Anatomie des Menschen sehr. Von den bisherigen vier Theorieblöcken in unserem Unterricht gehört der Magen-Darm-Trakt zu meinem Lieblingsfach. Demnächst werden wir Schüler über Wunden und Wundmanagement unterrichtet, was ich mir auch sehr spannend vorstelle.«
Aaron Brito: »Bisher hat mir der Unterricht in Psychiatrie gut gefallen und ein Einsatz im Ameos Klinikum Dr. Heine. Unsere Lehrer in der Krankenpflegeschule haben für alles ein offenes Ohr, seien es private Probleme oder Ausbildungsfragen. Der Unterricht ist sehr aufschlussreich, und wir haben ausreichend Möglichkeiten, unsere Anliegen anzusprechen.«
Janine Rohde: »Eine der wichtigsten Erfahrungen ist es, mit sterbenden Menschen umzugehen. Ich wurde in der Praxis sehr behutsam an die Sache herangeführt und gut betreut. Meine Praxisanleiterin hat mich nicht allein gelassen, hat mir immer die Möglichkeit gelassen, das Sterbezimmer zu verlassen. Später haben wir nochmal ausführlich darüber geredet. In der Schule war das ›Sterbeseminar‹ sehr hilfreich, damit wir uns darüber austauschen konnten.«

- Janine Rohde
Die Ausbildung
Drei Jahre dauert die Ausbildung zur/zum Gesundheits- und Krankenpfleger/-in. Die Bremer Krankenpflegeschule der freigemeinnützigen Krankenhäuser e.V. bietet 210 Ausbildungsplätze. Der Unterricht besteht aus Theorieeinheiten und Praxiseinsätzen unter anderem in den freigemeinnützigen Kliniken, in der ambulanten Pflege, auf Sozialstationen, im Hospiz. Das anspruchsvolle Curriculum hat die Schule mit der Unterstützung des Institutes für Public Health und Pflegeforschung der Hochschule Bremen entwickelt. Gesundheits- und Krankenpflege ist ein Beruf mit Zukunft: Ein halbes Jahr nach dem Examen haben über 80 Prozent der Schüler eine Stelle gefunden.
Kontakt:
Bremer Krankenpflegeschule
St.-Pauli-Deich 25
28199 Bremen
info@krankenpflegeschule-bremen.de
www.krankenpflegeschule-bremen.de
Telefon: 0421-5599-441
Fax: 0421-5599-445
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Mit Power und Pflichten gegen die Pfunde
Jedes fünfte Bremer Kind ist bei der Einschulung zu dick. In einem einjährigen Projekt helfen die DIAKO-Gesundheitsimpulse elf von ihnen mit Beratung, Spaß und Sport.

- Starke Kinder im Bremer Westen. Bewegung und Training für ein besseres Körpergefühl und mehr Selbstbewusstsein.
Essen aus Langeweile, viel Fastfood, keine geregelten Mahlzeiten zuhause. Es gibt viele Gründe, warum bereits Kinder zu viel zulegen. Übergewicht kann aber zu körperlichen Problemen führen: Gelenk-, Sehnen- und Wirbelsäulenbelastungen ebenso wie eine Schädigung der inneren Organe und hohe Blutzuckerwerte. »Nicht zu vergessen sind Isolation und Minderwertigkeitsgefühle wegen des Spotts von Gleichaltrigen«, fügt Ingrid Wörner an, Leiterin der ›Gesundheitsimpulse‹, der Gesundheitsberatung des DIAKO Ev. Diakonie-Krankenhaus.
Die Gesundheitsberatung hat darum im Februar das Projekt ›Starke Kinder – starker Bremer Westen‹ in Kooperation mit der Sportgemeinschaft Oslebshausen (SGO) gestartet. Elf Kinder überwiegend im Alter von sieben bis elf Jahren und deren Eltern sind daran beteiligt. Kinderärzte und Grundschulen hatten die Eltern auf das Angebot aufmerksam gemacht. Die Kinder treiben nun jede Woche Sport in der SGO-Halle. Dazu bietet das DIAKO im wöchentlichen Wechsel Ernährungs- und psychologische Beratung an. »Bei der Psychologin sprechen wir über unsere Gefühle und was die mit der Ernährung zu tun haben. Dass wir vielleicht mehr essen, wenn wir traurig sind oder schlechte Laune haben«, erzählt die zwölfjährige Saskia.
Auch die Eltern müssen mitmachen
Kinderkochnachmittage sowie Einkaufstraining mit Kindern und Eltern runden das Angebot ab. »Bei alldem darf natürlich der Spaß nicht zu kurz kommen«, sagt Ingrid Wörner. Bisher jedenfalls seien die Kinder »echt gut drauf und mit Freude dabei«. Serhat zum Beispiel. »Die Ernährungsberatung und Sport gefallen mir am meisten«, sagt der 13-Jährige. »Bei der Ernährungspyramide lernen wir, wie viel Zucker im Essen ist, besonders in Süßigkeiten.« Auch für die Eltern sind regelmäßige Termine Pflicht: einmal monatlich die psychologische und alle zwei Monate die Ernährungsberatung.
Ingrid Wörner ist überzeugt, dass ohne aktive Beteiligung der Eltern kein dauerhafter Erfolg zu erreichen ist: »Die ganze Familie muss ihre Ernährungsgewohnheiten genau angucken und nötigenfalls umstellen.« Dies habe sich auch bereits in der Gruppe gezeigt: Einige der Kinder hatten früher schon einmal Kuren absolviert, waren dann aber wieder in ihre alten Muster verfallen, weil die Familie nicht ausreichend beteiligt und informiert war.
Der lange Zeitraum über ein Jahr ist bewusst gewählt, berichtet Ingrid Wörner. Kindern und Eltern werde einiges abverlangt. Aber die Projektdauer sei ein weiterer Garant dafür, dass die Familien ihr Verhalten dauerhaft ändern, sich mehr bewegen und sich bewusster und gesünder ernähren. Dieser Sichtweise haben sich die Krankenkassen angeschlossen und finanzieren das wichtige Projekt.
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Wie halten Sie sich fit, Frau Hauffe?

- Ulrike Hauffe wurde 1951 geboren. Die Diplom-Psychologin ist seit 1994 Bremer Landesbeauftragte für Frauen und leitet die Bremische Zentralstelle für die Verwirklichung der Gleichberechtigung der Frau. Seit 1999 ist sie Vorsitzende des Ausschusses für Frauen- und Gleichstellungsangelegenheiten des Deutschen Städtetages.
Wie fit fühlen Sie sich gerade?
Mit den frühlingshaften zunehmenden Sonnenstunden noch fitter als sonst!
Sie haben im Krankenhaus gearbeitet. Sind Frauen anders krank als Männer?
Ja! Es ist eine wichtige Errungenschaft der Frauenbewegung, dass die Medizin heute Frauen- und Männergesundheit unterscheidet. Frauen suchen schneller als Männer eine Ärztin oder einen Arzt auf, nutzen häufiger Präventionsangebote. Sie entwickeln teils andere Symptome als Männer. Folglich brauchen sie häufig auch eine andere Behandlung und Dosierung von Medikamenten.
Als Frauenbeauftragte begleiten Sie Frauengesundheitsthemen kritisch und mit Sachkenntnis, wie zuletzt die umstrittene Impfung junger Frauen gegen Gebärmutterhalskrebs. Warum ist Ihnen diese Auseinandersetzung so wichtig?
Weil ich möchte, dass Frauen auf Augenhöhe mit ihren Ärzten oder Ärztinnen zusammen eine informierte Entscheidung über ihre Gesundheit treffen können. Das setzt voraus, dass die Informationen nicht durch die Interessen von Pharmafirmen gefärbt werden, wie es nur zu oft passiert.
Sie kämpfen für die Vereinbarkeit von Familie und Beruf, auch um anstrengende Doppelbelastungen zu vermeiden. Was hilft Frauen und Männern heute?
Frauen und Männer brauchen eine gut funktionierende Infrastruktur von Kinderbetreuung und Pflege, um ihren familiären und beruflichen Verpflichtungen und Wünschen gerecht zu werden. Außerdem helfen Männern und Frauen flexible Arbeitszeiten, beide Lebensbereiche zu vereinen.
Leitung der bremischen Gleichstellungsstelle, politische Gremienarbeit buten un binnen, Vortragstätigkeit – Sie bringen viel unter einen Hut.
Ihre Tipps gegen Stress und Burnout?
Kontakt zu Menschen, die mir gut tun, viel Bewegung an der frischen Luft – und immer wieder ein positiver Blick in die Welt.
Was tun Sie für Ihre Gesundheit?
Ich ernähre mich gesund mit viel Obst und Gemüse ohne Fleisch, fahre die meisten Wege mit dem Rad oder gehe zu Fuß.
Bei welchen Kaloriensünden können Sie nicht widerstehen?
Zu einem wirklich guten Käse sage ich so gut wie nie Nein!
Gesund sein bedeutet mehr als nicht krank zu sein, sagt die Weltgesundheitsorganisation. Die wichtigsten Quellen für Ihr Wohlbefinden?
Ausreichend Schlaf, meine Familie, Freundinnen und Freunde und viel geistige Anregung!
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Wenn der Rücken um Hilfe ruft

- Klaus Haak war lange Jahre TV-Journalist bei Radio Bremen und arbeitet heute als Gesundheitsberater in Bremen.
Vor 20 Jahren schossen Rückenschulen wie Pilze aus dem Boden. Die Ergonomie zog mit Volldampf in die Betriebe ein: Rückenschmerzen waren der Hauptgrund für Fehlzeiten bei der Arbeit. Also kein Büro mehr ohne ›rückengerechte‹ Sitze. Im Fernsehen präsentierte ich eine Rückenschule und ließ mich dafür extra zum Rückentrainer ausbilden.
Und heute? Immer noch verursachen ›Krankheiten der Skelettmuskulatur‹ die meisten Arbeitsausfälle. Und das, obwohl nur wenige Arbeitsplätze noch derart körperfeindlich sind, dass sie Über- oder Fehlbelastungen provozieren.
Stattdessen haben jetzt die psychischen Belastungen zugenommen. Nicht nur Polizisten, Lehrer und Krankenpfleger leiden unter Arbeitsverdichtung, Hetze, Informationsüberflutung. Viele Arbeitnehmer kennen Versagensängste und Mobbing. Wer seine Arbeit nur noch müde und erschöpft erledigen kann und obendrein nur selten Anerkennung und Lob bekommt, dessen Körper drückt genau das aus. Und wenn die Seele erschöpft ist, hat der Körper keine Lust mehr auf vitale, rückengerechte Bewegungen. Er schreit mit Rückenschmerzen um Hilfe. Zum Glück denken immer mehr Orthopäden bei der Behandlung an mögliche psychische Ursachen und helfen ihren Patienten mit nützlichen Hinweisen bei deren Bewältigung. Oft hilft ein Stressbewältigungskurs. Manchmal jedoch bleibt nur die Überweisung zu einem Psychotherapeuten.
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Impressum
Konzept und Redaktion: Beate Hoffmann, Imke Zimmermann, bremer medienbüro,
www.bremer-medienbuero.de
Autorinnen und Autoren dieser Ausgabe: Yvonne Bries (yb), Ingo Hartel (hai), Beate Hoffmann (bmb), Silvia Ohrmann (so), Lisa Schmees (lms), Imke Zimmermann (bmb, iz)
Abbildungsnachweis:
Rainer Geue, Ingo Hartel, Fabiane Lange, Erwin Liauw, NuVasive Europe GmbH, Pressestelle des Senats der Freien Hansestadt Bremen, Roland-Klinik, Milena Tsochkova, Tristan Vankann, Hendrik Wischhusen, Nikolai Wolff
Gestaltung: oblik / visuelle kommunikation, www.oblik.de
Idee: text+pr, www.mueller-text-pr.de
Druck: MüllerDitzen
Umsetzung: vorderdeck. neue medien
Gesundheit:)Bremen erscheint zweimal im Jahr.