Gesundheit:)Bremen
Nr. 1 Herbst 06
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Böse Bauchschmerzen
Ein verdorbener Magen oder eine Virusgrippe sind lästig, doch meist schnell auskuriert.
Krankenhäuser behandeln Patienten in der Regel wegen weit ernsterer Bauchschmerzen:
an Speiseröhre, Magen, Galle, Bauchspeicheldrüse, Leber und Darm. Einige Krankheiten
der Verdauungsorgane fallen unter die 20 häufigsten Diagnosen auf chirurgischen und
internistischen Abteilungen.
Beispiel Darmkrebs. Nach Prostatakrebs bei Männern und Brustkrebs bei Frauen ist er
mittlerweile die zweithäufigste Krebsart in Deutschland und zweithäufigste Todesursache
unter den Tumorerkrankungen. Die Überlebensrate ist in den letzten 20 Jahren deutlich
gestiegen. Andererseits registrieren die Spezialisten aber jährlich steigende Patientenzahlen.
Auf den folgenden Seiten informieren Spezialisten aus Bremer freigemeinnützigen
Krankenhäusern über Ursachen und Vorsorge sowie moderne, interdisziplinäre Therapieansätze. In den ›Bauchzentren‹ von DIAKO und St. Joseph-Stift, die zu den ersten dieser Art in Deutschland gehören, ist die Zusammenarbeit verschiedener Disziplinen ausdrückliches Programm.
Und das nicht nur bei den lebensbedrohlichen Erkrankungen – auch bei quälendem, doch vergleichsweise harmlosem Sodbrennen.
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Gemeinsam am Krankenbett

- Am Anfang steht die Tastuntersuchung.
Manchmal können Ärzte schon mit sanftem
Druck auf den Bauch die Ursache einkreisen.
Im Interdisziplinären BauchZentrum am DIAKO arbeiten Ärzte
verschiedener Disziplinen seit vier Jahren zusammen.
Die Vorteile: kurze Entscheidungswege, weniger Wartezeiten,
keine Doppeluntersuchungen und abgestimmte Behandlungskonzepte.
»Freiwillig gehe ich nicht ins Krankenhaus, da muss es
schon ganz schlimm kommen«, sagt Manuela Lenz.
Drei Jahre lang litt die 40-Jährige aus Bremen-Gröpelingen
unter Bauchschmerzen, doch weder ihr Hausarzt noch
niedergelassene Fachärzte konnten die Ursache herausfinden.
Bis eines Nachts die Schmerzen unerträglich
wurden. »Mein Mann hat mich ins DIAKO gebracht, und
nur wenige Stunden später lag ich im OP«, erzählt sie.
Gerade noch rechtzeitig, denn die Chirurgen hatten es mit
einem geplatzten Dickdarm zu tun.
Nach der Operation ging es Manuela Lenz zunächst besser.
Aber wenige Tage später kam der Schock. Die Histologie-Befunde,
also die Ergebnisse der eingehenden feingeweblichen
Untersuchung des entfernten Darm-Abschnitts,
ergaben die Diagnose Dickdarmkrebs. »Ich musste noch
einmal unters Messer und erhalte nun Chemotherapie«,
berichtet die Bremerin.

- Die Mediziner erläutern die Diagnose und
erklären die nächsten Therapie-Schritte.
»Frau Lenz ist eine eher untypische Darmkrebspatientin
«, sagt Professor Dr. Stephan M. Freys, Chefarzt der
Chirurgie am DIAKO Ev. Diakonie-Krankenhaus. Die
40-Jährige
ist nämlich weder im typischen Krebsalter, noch
hat es in ihrer Familie jemals eine solche Krankheit gegeben.
Dennoch ist der Fall ein gutes Beispiel für das Zusammenwirken
der verschiedenen ärztlichen Disziplinen im Interdisziplinären
BauchZentrum (IBZ) des DIAKO. Spezialisten
für den Verdauungstrakt (Gastroenterologen),
Chirurgen
und Krebsärzte (Onkologen) arbeiten hier eng
zusammen. Die Reihe der Krankheiten reicht von Sodbrennen
über Schluckbeschwerden, Ess- oder Verdauungsstörungen,
Gallenwegserkrankungen und entzündliche
Darmerkrankungen bis zu den Krebserkrankungen des
Verdauungstraktes.
Vertrauensvolle Zusammenarbeit
»Wir haben keine spezielle Station, sondern arbeiten vertrauensvoll
miteinander«, erläutert Professor Dr. Martin
Katschinski, Chef der Medizinischen Klinik I. Das Grundprinzip
ist einfach: Die Ärzte planen und regeln die Versorgung
von Patienten mit gut- und bösartigen Erkrankungen
im gesamten Magen-Darm-Trakt gemeinsam – in Sprechstunden,
Visiten und Fallkonferenzen. »Wir nennen das
›problemorientiertes Patientenmanagement‹«, sagt Freys.
Das Bauchzentrum im DIAKO gehörte zu den ersten
dieser Art in Deutschland. »Inzwischen exportieren wir
unsere Erfahrungen in immer mehr Krankenhäuser in
Deutschland.«

- Stehen mit ihren Teams für das Interdisziplinäre
BauchZentrum am DIAKO (v. l. n. r.):
Prof. Dr. Martin Katschinski, Prof. Dr. Stephan
M. Freys und Prof. Dr. Karl-Heinz Pflüger
Im Fall der Patientin Manuela Lenz wurde vor allem die
Nachbehandlung gemeinsam abgesprochen und organisiert.
Professor Dr. Karl-Heinz Pflüger – Chefarzt der Medizinischen
Klinik II, die sich vor allem um Krebserkrankungen kümmert – war für die Chemotherapie zuständig.
Den nötigen ›Port‹, also den Zugang in den Blutkreislauf,
legten die Chirurgen. Die Nachsorgeuntersuchungen
liegen dann wieder in den Händen der Onkologen. »So arbeiten wir
Hand in Hand zum Nutzen der Patienten«, erklärt Pflüger.
Neben dem IBZ gibt es im DIAKO seit 1995 auch die
von Professor Pflüger geleitete, spezialisierte onkologische
Fachabteilung. Das DIAKO ist damit neben dem Klinikum
Bremen-Mitte eines von zwei Bremer Krankenhäusern mit
einem offiziell im Landeskrankenhausplan ausgewiesenen
Schwerpunkt für die Behandlung von Krebserkrankungen.
Neben der vollstationären Betreuung bietet die leistungsfähige
Onkologische Tagesklinik im DIAKO individuelle
Krebstherapien für Buten- und Binnenbremer an, dazu
gehören zum Beispiel Stammzell-, Immun- und Chemotherapien.
Was tun bei Sodbrennen?

- Fallbesprechungen
im IBZ sorgen dafür,
dass überflüssige
Operationen unterbleiben.
Zu den gutartigen Krankheitsbildern, die sehr häufig im
IBZ behandelt werden, zählt die so genannte Refluxkrankheit.
Darunter verstehen die Mediziner den krankhaften
Rückfluss von Mageninhalt in die Speiseröhre. »Das kann
sehr schmerzhaft sein und betrifft etwa jeden zehnten
Deutschen«, sagt Chirurg Freys.
Walter Krantz gehört zu dieser Gruppe. Jahrzehntelang
klagte er über Sodbrennen, wurde ärztlich behandelt
und nahm Medikamente. Doch die Beschwerden wurden
immer schlimmer. Vor allem bei körperlicher Belastung –
wenn Krantz schwere Dinge anhob oder trug – wurde das
Sodbrennen unerträglich. »Ich hatte schon alles probiert,
auch meine Essensgewohnheiten umgestellt, aber es
wurde einfach nicht besser«, erinnert er sich. Schließlich
hörte der 53-Jährige davon, dass man diese Krankheit auch
operativ behandeln lassen kann.
Nach der IBZ-Sprechstunde führte sein erster Weg in das
gastrointestinale Funktionslabor, also das Labor für den
Magen- und Darmtrakt. Dieses Speziallabor misst Druck
und Säure in der Speiseröhre
und im Magen und liefert
den Ärzten wertvolle Erkenntnisse über die Krankheit.
Während der folgenden Operation verstärkten die Chirurgen
den Schließmuskel am unteren Ende der Speiseröhre.
»Seitdem sind meine Beschwerden wie weggeblasen«,
freut sich Krantz heute.
Das IBZ gehört in Deutschland zu einer Handvoll von
Einrichtungen, die sich auf dieses Krankheitsbild spezialisiert
haben. »Nicht jeder Patient muss operiert werden«,
sagt Freys. Diejenigen, die operiert worden sind, haben
aber eine mehr als 90-prozentige Chance auf Beschwerdefreiheit.
Das kann Walter Krantz nur bestätigen: »Ich fühle
mich wie neu geboren.«

- Brigitte Knüwer, medizinisch-technische
Assistentin (li.), bespricht mit einer Patientin
die bevorstehende Untersuchung im gastrointestinalen
Funktionslabor des DIAKO. Dort
wird der Druck in Speiseröhre und Magen
gemessen, und Störungen im Magen- und
Darmtrakt werden erkannt. Mit Laboruntersuchungen
überwachen Labormitarbeiter
die Therapien und prüfen nach operativen
Eingriffen die Heilungsfortschritte.
Kurz & knapp: Refluxkrankheit
Sodbrennen, saures oder bitteres Aufstoßen,
ein Druckgefühl hinter dem Brustbein,
Husten und Heiserkeit und manchmal auch
Schluckbeschwerden: Das sind Symptome
der Refluxkrankheit. Saurer Magensaft läuft
in die Speiseröhre zurück und bleibt dort.
In der Sprechstunde des IBZ und durch Untersuchungen
im Funktionslabor wird geklärt,
ob eine Operation sinnvoll ist oder nicht.
Folgende Faktoren sprechen für den Eingriff:
- Zunahme der Beschwerden trotz richtiger
Medikamente
- Entstehung von Komplikationen
- Zunahme von Beschwerden infolge der
Übersäuerung
- Minderung der Lebensqualität
- Nachweis eines Funktionsdefekts
Mögliche Ursachen der Refluxkrankheit:
- Undichtigkeit des Schließmuskels zwischen Speiseröhre und Magen
- Beweglichkeitsstörung der Speiseröhre
- Probleme bei der Magenentleerungin den Darm
- eine Erweiterung der Lücke im Zwerchfell, durch die die Speiseröhre in den Bauchraum tritt (auch Zwerchfellbruch genannt)
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(K)eine Bauchentscheidung
Im Bauchzentrum des St. Joseph-Stift kümmern sich
Internisten und Chirurgen gemeinsam um die Patienten.

- Visite am Krankenbett.
Im St. Joseph-
Stift arbeiten Mediziner
verschiedener
Fachrichtungen
zusammen.
In die innere oder in die chirurgische Klinik? Die Frage
stellt sich Ärzten, wenn jemand mit akuten unklaren
Bauchbeschwerden ins Krankenhaus kommt. Im Krankenhaus
St. Joseph-Stift wird er einfach im ›Bauchzentrum‹
aufgenommen. Das internistisch-chirurgische Bauchzentrum,
in dem Mediziner beider Fachrichtungen zusammenarbeiten,
gehört zu den bundesweit ersten dieser Art.
Die Einrichtung ist Anlaufstelle für Patienten mit allen
Erkrankungen der Bauchorgane – egal ob Blinddarmentzündung,
Magengeschwür oder Dickdarmtumor. »Besonders
Menschen mit akutem und schwerwiegendem
Krankheitsbild profitieren«, meint Dr. Wolfgang Sendt,
Chefarzt der chirurgischen Klinik. »Denn gerade bei
solchen Erkrankungen ist entscheidend, dass wir schnell
eine Diagnose stellen und die Behandlung ebenso zügig
einleiten«, ergänzt Professor Stephan Teyssen, Chef der
internistischen Klinik.
Beide Chefärzte führen das Bauchzentrum gemeinsam.
Hier tauschen sich Ärzte und Pflegepersonal nicht nur
zwischen den Abteilungen aus, sondern arbeiten zusammen
auf einer Station. So können sie besonders zügig
und lösungsorientiert medizinische Entscheidungen von
Diagnostik über Therapie und Pflege bis zur Nachsorge
treffen – quasi auf dem kleinen Dienstweg. »Die Patienten
erleben es als Betreuung aus einem Guss«, beschreibt
Teyssen die Reaktionen.
Die Patienten müssen sich nicht ständig an neue Bezugspersonen
und Räumlichkeiten gewöhnen. Als großen Vorteil der 2002 komplett
renovierten Station sieht Sendt
auch den »kurzen und direkten Kommunikationsweg«.
Während sich Abstimmungen zwischen den Medizinern
sonst oft mehrere Tage hinziehen können, erspart sich der
Patient im Bauchzentrum eine Odyssee durch die Abteilungen.
Unnötige Doppeluntersuchungen unterbleiben.
Die allgemein schnellere Reaktion komme dem Patienten
zu Gute, meint Sendt. »Wobei ›schnell‹ nicht eine Frage
von Tempo, sondern von Routine und Kompetenz ist«,
betont der Privatdozent. Schließlich haben Teyssen als
Gastroenterologe ebenso wie Sendt als Viszeralchirurg sich
besonders auf Baucherkrankungen spezialisiert.
»Die Patienten schätzen den enormen Sicherheitsgewinn
«, hört Teyssen oft von ihnen. Denn innerhalb
kürzester Zeit erhalten sie gleich zwei Expertenmeinungen
aus dem Ärzte-Team – damit medizinische Betreuung
keine ›Bauchentscheidung‹ ist. Schließlich wird jeder Fall
aus mindestens zwei Perspektiven gesehen. »Unter diesen
Bedingungen«, hat Teyssen beobachtet, »sind auch die
Mitarbeiter zufriedener.« Auch wenn es anfangs oftmals
Überwindung koste, sich von den Kollegen auf die
Finger schauen zu lassen, gestalte sich die Arbeit doch
vielseitiger und abwechslungsreicher.
Insgesamt ziehen beide Chefärzte ein positives Fazit:
»Es kommt ja nicht von ungefähr, dass unser Modell
auch in anderen Kliniken nachgeahmt wird«, meint Sendt.
Der bundesweite Trend gehe inzwischen eindeutig in
diese Richtung.
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Im Notfall gut gelaufen
Bei Notfällen werden Patienten mit Baucherkrankungen
im St. Joseph-Stift gut versorgt. Doch bei rechtzeitiger
Vorsorge wäre mancher Notfall vermeidbar gewesen.

Als Gerda S.* gegen 18 Uhr in die Zentralaufnahme des
Krankenhauses St. Joseph-Stift kommt, geht es ihr
richtig schlecht. Die 64-Jährige plagen starke krampfartige
Schmerzen, vor allem im linken Unterbauch. »Entscheidend
für eine schnelle Diagnose und Behandlung in
Notfällen ist ein gut funktionierendes interdisziplinäres
Ärzteteam mit 24-stündiger Besetzung von Ambulanz
und Radiologischer Abteilung«, betont Professor Stephan
Teyssen, Chefarzt der Klinik für Innere Medizin. Wie in
diesem Fall: Internistischer und chirurgischer Bereitschaftsarzt
tasten vorsichtig den Bauch der Patientin,
hören krankhafte Darmgeräusche. Innerhalb weniger
Minuten lautet ihre Diagnose: »Akutes Abdomen, wahrscheinlich
ein mechanischer Darmverschluss.« Während
der Internist mit der Patientin spricht und sie weiter
versorgt, bereitet der Chirurg schon die Notfalloperation
vor. Der Radiologe bestätigt die Verdachtsdiagnose.
Auf dem Computertomografiebild zeigt er den vier bis fünf
Zentimeter langen Tumor. Der Dickdarm ist im Inneren
komplett verschlossen, ein Durchbruch droht. Kaum zwei
Stunden nach Ankunft im Krankenhaus entfernt das
Chirurgenteam bei Gerda S. das Krebsgeschwür.
»Mithilfe unseres Ärzteteams und modernster technischer
Geräte können wir sämtliche operativen Behandlungsmethoden
des Bauchraums durchführen, auch im
Notfall«, sagt Dr. Wolfgang Sendt, Chefarzt der Klinik
für Allgemein- und Bauchchirurgie. Nach wenigen Tagen
auf der Intensivstation kommt Gerda S. ins fachübergreifende
Bauchzentrum. Während der raschen Erholungsphase
erfahren die Ärzte, wie die vermeintlich akute
Erkrankung begann: Schon vor einem Jahr hatte Frau S.
einen Wechsel zwischen Verstopfung und Durchfall
bemerkt, sich aber nichts dabei gedacht. Seit einem halben
Jahr kamen Schmerzen im linken Unterbauch dazu,
zuletzt auch Blut im Stuhl. »Hätte die Patientin auf diese
Symptome reagiert und sich gleich den Dickdarm
spiegeln lassen, wäre es gar nicht zu den Komplikationen
gekommen«, gibt Teyssen zu bedenken.

- Privatdozent Dr. Wolfgang Sendt
(oben), Chefarzt der chirurgischen
Klinik, und Professor Stephan
Teyssen, Chef der Klinik für
Innere Medizin, leiten gemeinsam
das Bauchzentrum
des
St. Joseph-Stift.
Mit Blick auf das Beispiel ermuntert er daher Jeden,
»auf die Stimme des eigenen Bauches« zu hören und
frühzeitig zum Arzt zu gehen. Schließlich sei die Dickdarmspiegelung
sicherlich weniger schlimm als eine
Notfalloperation. Eine solche Spiegelung findet mit Hilfe
eines beweglichen
schlauchartigen Gerätes statt.
Mit diesem Endoskop kann der Arzt den Darm von innen
anschauen und so Tumoren und andere Erkrankungen
erkennen. In 95 Prozent der Fälle ergibt die Koloskopie
keinen ernsthaften Befund. Bei 30 bis 50 Prozent der
Bevölkerung finden sich jedoch harmlose gutartige Tumoren,
so genannte Polypen. Während der Endoskopie
lassen sie sich mit einer Schlinge am Untersuchungsgerät
schmerzlos entfernen. Unerkannt können sie allerdings
zu Tumorvorstufen und schließlich zum bösartigen Karzinom
entarten. »Insbesondere durch die Möglichkeit,
den Krebs in einem frühen Stadium zu erkennen, können
viele Betroffene besser behandelt werden, und auch die
Langzeitprognose ist besser«, macht der Gastroenterologe
den Vorsorgemuffeln Mut.
Die Ärzte helfen Krebspatienten wie Gerda S. nicht nur
im akuten Notfall mit der Betreuung im Bauchzentrum.
Im Anschluss an die Operation beginnt für die Rentnerin
eine Chemotherapie in der zu Teyssens Abteilung gehörenden
Onkologischen Tagesklinik. Unter Leitung von Oberarzt Dr. Jörg-Dietrich Neumann
betreut hier ein dreiköpfiges Team die Patienten ambulant
an jedem Wochentag von 7 Uhr bis 16.30 Uhr. Der Vorteil
für die Krebspatienten, die hier ihre Chemotherapie erhalten:
Die verbleibende Zeit sind sie zu Hause und bei ihrer
Familie. Manchen Patienten geht es dabei so gut, dass sie
die Infusionen im Sitzen erhalten können. In bequemen
Sesseln haben sie die Möglichkeit zum Gespräch, zum
Lesen, für Kreuzworträtsel oder Handarbeiten. Es gibt
aber auch Zimmer, in denen Patienten ihre Therapie im
Bett erhalten können.
»Neben der medizinischen Versorgung ist uns sehr wichtig,
den Menschen auch psychische Begleitung anzubieten
«, sagt Teyssen. Psychologen und ein Seelsorgeteam
stehen Patienten zur Seite, wenn sie über Sorgen und
Ängste in der neuen Lebenssituation sprechen möchten.
Viele Patienten werden nach Operationen in der Tagesklinik
weiter betreut. Manche erhalten vorbereitend auf
eine Operation oder ausschließlich eine Chemotherapie.
Das für jeden Einzelnen geeignete Therapiekonzept legen
die Ärzte in den wöchentlichen ›Tumorkonferenzen‹ fest,
an denen unter anderem Internisten, Chirurgen und
Strahlentherapeuten teilnehmen. Großen Wert legt das Team auch darauf, Krebskranke
in die Entscheidungen über ihre Behandlung einzubinden.
Teyssen: »Gerade in dieser kritischen Lebensphase
wollen wir die Autonomie unserer Patienten stärken.«
(*) Name von der Redaktion geändert.
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Risiko Darmkrebs
Die RKK-Chirurgen sind auf eine besonders schonende
Operation bedacht – und sie geben Rat zu Vorsorge
und Umgang mit der Volkskrankheit.

- Spezialist für
Darmerkrankungen:
Professor Dr. Dr.
Joseph Braun.
Darmkrebs ist die zweithäufigste Todesursache bei Tumorerkrankungen
in Deutschland. Allein in Bremen erfasst
das Krebsregister pro Jahr 350 neue Patienten mit Karzinomen im
Dick- und Mastdarm (Kolon- und Rektumkarzinomen).
Risikofaktoren: Erbanlagen und Lebensweise
Bei der Entstehung von Darmkrebs spielen genetische
Einflüsse eine Rolle. »Wer entsprechende Erbanlagen hat,
lebt mit einem größeren Risiko«, sagt Professor Dr.
Dr. Joseph Braun, Chefarzt der Chirurgischen Klinik am
Rotes Kreuz Krankenhaus (RKK). »In den Zellkernen
sind alle unsere Eigenschaften verankert. Damit Krebs im
Darm entstehen kann, benötigen wir eine ganz spezielle
Konstellation in unserer Erbmasse.« Aber auch der Lebensstil
nimmt Einfluss: Bewegungsmangel und Übergewicht
begünstigen Darmkrebs. Gefährdet sind Menschen,
die viel Fett und rotes Fleisch essen, regelmäßig Alkohol
trinken und wenig ballaststoffreiche Kost und Gemüse
zu sich nehmen. »Hier sollte jeder etwas für seine Vorsorge
tun«, empfiehlt der Experte.
Je früher erkannt, desto beser
Jährlich behandelt die Chirurgische Klinik rund 200
Darmkrebspatienten. Der Erfolg hängt davon ab, wie weit
ein Tumor fortgeschritten ist und wann die Diagnose
gestellt wurde. Deshalb versuchen Ärzte, so früh wie
möglich Symptome zu finden. Eine junge Methode ist der
Nachweis von Tumor-DNA, also von Erbgut kranker
Zellen, in Stuhlproben. Zurzeit ist das Verfahren laut
Braun aber noch zu ungenau und zu teuer, um als Routinemethode
zu dienen.
Die Regel sind bislang Dickdarmspiegelungen und
Tests auf Blut im Stuhl. Der so genannte Hämocult-Test
ist allerdings aufgrund seiner ›Trefferquote‹ von nur
15 Prozent nicht ausreichend. Kassenpatienten im Alter
von 50 bis 54 Jahren können jährlich einen solchen
Test machen lassen. Ab 55 haben sie Anspruch auf eine
Darmspiegelung. »Sie ist nach wie vor das Mittel der
Wahl, um Polypen zu entdecken und gleich entfernen zu
können«, ist Braun überzeugt. »Dickdarm- und Mastdarmspiegelungen
werden aber viel zu wenig oder zu spät
genutzt.« Trotz der gesetzlich geförderten Früherkennungsprogramme
sehen deutsche Ärzte in zwei Dritteln
der Fälle bereits fortgeschrittene Tumoren. Behandelt wird
dann operativ, mit Bestrahlung und Chemotherapie.
Die Behandlung von Dickdarm- und Mastdarmkrebs – Spezialgebiet des RKK
Der Mastdarm bildet den Abschluss des Dickdarmes
und endet mit dem Schließmuskel. »Unser Ziel ist, Patienten
mit Mastdarmkrebs kontinenzerhaltend zu operieren,
also einen künstlichen Darmausgang (Stoma) zu vermeiden«,
betont Chefarzt Braun. »Es ist kompliziert, die
Rückhaltefunktion des Schließmuskelapparates wiederherzustellen,
wenn der Mastdarm entfernt wurde. Für den
Eingriff bedarf es viel Erfahrung.« Muss ein Stück Darm
aufgrund des Tumorbefalles entfernt werden, tritt in zehn
bis 15 Prozent der Fälle ein so genannter Darmwand- oder
Nahtbruch auf, wenn die Ärzte die Darm-Enden zusammenführen.
Dieser Bruch hat, wenn er nicht rechtzeitig
erkannt wird, lebensgefährliche Komplikationen zur
Folge. »Eine sichere Darmnaht ist das A und O«, erklärt
Braun. Sein langjähriges Know-how, die Spezialisierung
und die Weiterentwickelung besonderer Techniken haben
sich in Betroffenenkreisen herumgesprochen: Patienten
kommen aus ganz Deutschland in die Klinik.
Kurz & Knapp: Darmkrebs
Beschwerden bei Dickdarm- und
Mastdarmkrebs sind oft un-
scheinbar und uncharakteristisch,
deshalb sind Vorsorgeuntersuchungen
und eine gesunde
Lebensweise so wichtig.
Warnzeichen können sein
- Veränderungen in der Art und
Häufigkeit des Stuhlgangs,
ohne dass sich die äußeren
Lebensumstände geändert
hätten, und das vor allem ab
einem Alter von 40 Jahren,
- lang anhaltende Verstopfungen
oder Durchfälle, die sich
auch abwechseln können,
- sichtbare oder unsichtbare
Spuren von Blut im Stuhl
(Hämocult-Test),
- Müdigkeit, Appetitlosigkeit,
Gewichtsabnahme und Blutarmut,
Schmerzen im Darm.
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Pflege zur Selbstpflege

- Pfleger Sascha Kohls
erklärt den Umgang
mit dem ›Bauchafter‹.
Manche Patienten müssen mit einem künstlichen Darmausgang leben lernen. Stoma-Therapeuten wie Sascha Kohls helfen ihnen dabei.
Sascha Kohls benötigt für seine Arbeit viel Einfühlungsvermögen.
Der Krankenpfleger versorgt nach einer zweijährigen,
speziellen Weiterbildung im Rotes Kreuz Krankenhaus
Patienten, die aus vielerlei Gründen mit einem
künstlichen ›Bauchafter‹ versorgt wurden.
Zurückhaltend und sehr freundlich begrüßt Kohls die
Menschen, wenn er an ihr Bett tritt und sie versorgt oder
auch in Ernährungsfragen berät. »Eine Vertrauensbasis
zwischen dem Patienten und mir herzustellen, ist für mich
die Voraussetzung, um die individuellen Fragen zu klären
und Betroffene bei der Selbstversorgung anzuleiten«, sagt
der 35-Jährige. Bei einem Stoma wird ein kleiner Plastikbeutel
auf den Bauch geklebt, in den sich der Darm selbstständig
entleeren kann.

- Kleiner Plastikbeutel
– wichtige Wirkung:
Damit bleiben
Patienten trotz eines
künstlichen Darmausgangs
mobil.
Mit einem künstlichen Darmausgang
leben zu müssen – wenn auch oft nur auf Zeit nach
einer Operation –, ist für alle Betroffenen schwierig.
»Die Scham ist groß, das Körpergefühl gerät aus dem Gleichgewicht
«, beschreibt Kohls die Gefühle von Menschen, deren
Ausscheidungen nicht mehr auf dem ›normalen‹ Weg
funktionieren. Sie fragen sich: Kann ich mit einem Stoma
meiner Arbeit nachgehen? Wie verändert es meine Freizeit,
meine Beziehungen, meine Sexualität? Behutsam geht
Kohls auf alle Fragen ein und zeigt Betroffenen, wie sie
sich selbst versorgen und weiter selbstständig leben.
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Das Kreuz mit dem Kreuz

Volkskrankheit Rückenschmerz. Mehr als 80 Prozent aller Deutschen leiden mindestens einmal in ihrem Leben an akuten Beschwerden. Als die Freien Kliniken Bremen vom 15. bis 20. März das erste Mal zu den ›Bremer Rücken-Tagen‹ einluden, war das Interesse denn auch groß. Rund 1100 Menschen hörten Fach-Vorträge, besuchten die Klinik-Rückenschulen, ließen sich von Spezialisten beraten, lernten Selbsthilfegruppen kennen und informierten sich über Ursachen, Therapien und Operationsverfahren. Viele Bremerinnen und Bremer besuchten gleich alle vier Kliniken, um sich vor Ort ein Bild über deren Angebote zu machen.
Klar ist: Jeder Teil der Wirbelsäule altert im Laufe eines Lebens. Sie ist ein kompliziertes
Gebilde aus Knochen, Bandscheiben, Gelenken, Bändern, Muskeln und Nerven. Früher
führte vor allem schwere körperliche Arbeit zu vorzeitigem Verschleiß. Heute machen neue
Fehlbelastungen den Rücken krank: stundenlange Arbeit am Computer, zu wenig Bewegung,
zu viel Gewicht. Oftmals beginnen die Beschwerden bereits, wenn die Betroffenen
noch relativ jung sind. Tumoren, Unfälle oder auch Rheuma können starke Schmerzen
verursachen. Und seelische Belastungen können sich auf die zentrale Stütze des menschlichen Skelettes auswirken.
Auf den folgenden Seiten lesen Sie, wie Experten in den Freien Kliniken Bremen Band-
scheibenvorfälle mit einer neuen Methode besonders schonend behandeln, wie Osteo-
porose-Patienten wieder aufgerichtet werden und wie Schmerzen bei Rheuma im Rücken
gelindert werden können.
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Häufig können wir die Beschwerden komplett stoppen
Professor Dr. Jens Gert Kuipers vom RKK Bremen behandelt bei
Rheuma im Rücken. Mit viel Erfahrung und intensiven Diagnoseverfahren
finden Fachärzte die jeweils richtige Therapie.

- Professor Dr.
Jens Gert Kuipers,
Internist und
Rheumatologe
Chronische Rückenschmerzen können durch
Rheuma bedingt sein. Von 100 Menschen, die
seit mehr als drei Monaten Rückenschmerzen
haben, leiden fünf an entzündlichem Wirbelsäulenrheuma,
an Spondyloarthritis, bekannt
als Morbus Bechterew.
Das Rotes Kreuz Krankenhaus (RKK) ist spezialisiert
auf entzündliche Rückenerkrankungen
– und hilft mit Schmerztherapie, einer
Kältekammer sowie operativen und physikalischen
Behandlungen. Die eigens eingerichtete
Schmerz-Ambulanz nehmen im Jahr rund
500 Patienten in Anspruch.
- Gesundheit:)Bremen: Professor Dr. Kuipers, mit welchen Beschwerden kommen die Betroffenen zu Ihnen?
- Professor Dr. Jens Gert Kuipers: Sie können sich
morgens kaum rühren. Durch vorsichtige Bewegung
wird der Rückenschmerz tagsüber etwas
besser. In der zweiten Nachthälfte werden die Patienten
wach, weil sie tief sitzende Schmerzen haben,
manchmal bis hinunter ins Gesäß, rechts und links
im Wechsel. Die meisten können nicht genau
sagen, wann die Schmerzen eigentlich angefangen
haben. Sie treten schleichend und häufig bis zum
40. Lebensjahr auf.
- Gesundheit:)Bremen: Nennen Sie bitte drei Warnsignale für eine rheumatische Rückenerkrankung
- Prof. Dr. Kuipers: 1. Rückenschmerzen im Ruhezustand oder nachts.
2. Rückenschmerzen, die sich durch Bewegung deutlich bessern.
3. Wechselnde Gesäßschmerzen.
- Gesundheit:)Bremen: Wie entsteht der Schmerz?
- Prof. Dr. Kuipers: Schuld ist eine Entzündung im Bereich des Kreuzdarmbeingelenks.
Über dieses Gelenk wird die Wirbelsäule
in unserem Becken verankert. Die Stoffe,
die bei dieser Entzündung freigesetzt werden, verursachen
den Schmerz.
- Gesundheit:)Bremen: Was sind die Auslöser von entzündlichem Wirbelsäulenrheuma?
- Prof. Dr. Kuipers: Schuppenflechte ist ein starker Risikofaktor und
entzündliche Darmerkrankungen sowie Erbfaktoren
für bestimmte Körpereiweiße. Infektionen, wie
bakteriell ausgelöste Durchfallerkrankungen oder
sexuell übertragbare Krankheiten, können ebenfalls
ursächlich sein.
- Gesundheit:)Bremen: Wie stellen Sie die Diagnose?
- Prof. Dr. Kuipers: Zuerst spreche ich ausführlich mit dem Patienten
darüber, wann welche Art von Schmerzen an
welchen Stellen auftritt. Dann wird der Patient
genauestens körperlich untersucht. Ergänzt werden
diese Befunde durch spezielle Bluttests, Röntgen
oder Kernspinuntersuchungen.
- Gesundheit:)Bremen: Wie behandeln Sie rheumatische Rückenschmerzen?
- Prof. Dr. Kuipers: Die Rheumatherapie muss immer umfassend und
maßgeschneidert sein – mit Medikamenten,
Schmerztherapie, physikalischer Therapie, Kältekammer
bis hin zu operativen Verfahren. Wir
halten das ganze Spektrum im interdisziplinären
Rheumazentrum am RKK vor. Wir behandeln
mit viel Erfahrung ambulant, stationär und
teilstationär.
Mit den richtigen Tabletten und
Spritzen können wir Krankheitsverläufe verlangsamen
und Beschwerden häufig sogar komplett
stoppen.
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Ohne Skalpell in das Innere des Rückens

- Eingriffe an der Wirbelsäule sind
heute deutlich risikoärmer.
Schnitte werden kleiner oder
fallen ganz weg.
An der Roland Klinik behandelt Dr. Zsolt Fekete Bandscheibenvorfälle minimal-invasiv – keine Schnitte mehr, keine Vollnarkose, nur ein kleiner Eingriff in den Körper.
DISC Nucleoplasty™ heißt das neue Verfahren.
Die Bandscheiben mit ihrem festen Faserring und dem
weichen Gallertkern sind die Stoßdämpfer des Rückens.
Tritt dieser Kern aus der Wirbelsäule aus, spricht man von
einem Bandscheibenvorfall. Bisher wurden Bandscheibenvorfälle
mit einer ›richtigen‹ Operation behoben. Das
bedeutet, der Patient bekommt eine Vollnarkose und die
schadhafte Stelle wird mit einem zwei bis fünf Zentimeter
langen Schnitt geöffnet. Der vorgefallene Teil der Bandscheibe
wird entfernt und im schlimmsten Fall versteift
oder durch eine Prothese ersetzt, die Wunde wird vernäht
oder verklebt.
Dr. Zsolt Fekete benötigt kein Skalpell für die Operation
eines Bandscheibenvorfalls. Der Chefarzt des Wirbelsäulenzentrums
an der Roland Klinik führt eine Nadel in
die schmerzende Bandscheibe ein, die Radiowellen aussendet.
Diese Wellen zerstören das überschüssige Gewebe.
Wenn die körperlichen Voraussetzungen stimmen,
nimmt die Bandscheibe anschließend wieder ihre natürliche
Form an. Sofort werden die Schmerzen merklich
gelindert, und der Druck sinkt, was sich auf die Bandscheibe
und die Nerven auswirkt. Nach 30 Minuten ist die
Operation beendet.
Ohne Schnitt, ohne Naht und Verband, nur mit einem
Pflaster versorgt, werden Patienten in ihre Zimmer verlegt.
Treten keine Komplikationen auf, können sie nach drei
Tagen das Krankenhaus wieder verlassen.
In einer ersten Studie in den USA waren 89 Prozent
der behandelten Personen mit der DISC Nucleoplasty™
zufrieden. Auch sechs Monate später waren sie noch völlig
schmerzfrei. »Jetzt können sich Patienten schon kurze Zeit
nach dem Eingriff wieder problemlos bewegen«, berichtet
Fekete.

- Dr. Zsolt Fekete,
Spezialist für schonende
Eingriffe
und Wirbelsäulenchirurgie
Vor einem Jahr ist der gebürtige Ungar vom Klinikum
Neustadt in Holstein an die Weser gewechselt, um das
Wirbelsäulenzentrum in der Roland Klinik zu eröffnen.
Es ergänzt nun das Spektrum der Klinik am Werdersee,
die sich auf die Heilung von Beschwerden des Bewegungsapparates
konzentriert und bereits für ihre Kliniken für
Orthopädie und Handchirurgie bekannt war.
Die Zahl der Patienten, die in Deutschland bisher in
den Genuss der neuen minimal-invasiven Therapie gekommen
sind, liegt unter 2 000. Für Fekete, der schon viele
Bandscheibenvorfälle behandelt hat, ist sie eine Routinesache.
»Wenn es sich erstmal herum gesprochen hat, wie
unkompliziert der Eingriff ist und wie schnell der Patient
wieder bewegungsfähig ist, rechnen wir mit einer steigenden
Nachfrage. Schonender lässt sich ein Bandscheibenvorfall
zurzeit nicht behandeln«, sagt der Chirurg.
Auch die bisherigen Risiken, wie Durchblutungsstörungen
oder Lähmungen, verringern sich mit dieser Methode.
In den USA konnte auf diesem Weg schon über 25 000
Menschen geholfen werden. Zukünftig könnte diese Therapie
auch ambulant angeboten werden.

- Eine Bandscheibe von innen: Auf einem
Monitor verfolgt der Arzt jede Bewegung der
Nadel, mit der minimal-invasiv behandelt
wird.
Prothesen in der Wirbelsäule
Was früher unmöglich schien, ist heute Standard in der
Wirbelsäulenchirurgie. Wenn der Befund einen Wirbel als
irreparabel erweist, wird statt des defekten Teils ein künstlicher
Ersatz eingefügt. Eine Vollprothese wird erst nötig,
wenn Teilprothesen oder Nukleus-Implantate nicht mehr
helfen. Durch den Einsatz eines Implantates kann man
frühzeitig den weiteren Verschleiß des Faserrings verhindern.
»Mit den Prothesen wollen wir die Stabilität und
Höhe der Bandscheibe wiederherstellen und die Mobilität
erhalten. Vor allem aber sollen die Patienten wieder
schmerzfrei werden«, betont Fekete.
Neben den beschriebenen Methoden kommen in der
Roland Klinik endoskopische und mikroskopische Operationen
bei Bandscheibenvorfällen und Verengungen des
Spinalkanals zum Einsatz. Darüber hinaus werden Patienten
mit Wirbelgleiten, Entzündungen nach Wirbelbrüchen
bei Osteoporose und Instabilitäten der Wirbelsäule, hervorgerufen
zum Beispiel durch eine Rückgratverkrümmung
(Skoliose), therapiert. Bei Rheuma- oder Tumorbefall
und Verletzungen der Wirbelsäule behandeln die Fachärzte
mit Operationen zur Stabilisierung und Entlastung.
Aber nicht nur operative, auch konservative Methoden wie
wirbelsäulennahe Injektionen unter Röntgenkontrolle, die
medikamentöse Schmerztherapie oder Physiotherapie werden
je nach Krankheitsbild eingesetzt. Diagnostische und
therapeutische Behandlungen entsprechen den Richtlinien
der International Spinal Intervention Society (ISIS).
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Rundum-Konzept für den Rücken
Früher als Alterswehwehchen abgetan, avanciert die Osteoporose
zur Zivilisationskrankheit. Das ganzheitliche
Behandlungskonzept im St. Joseph-Stift geht auf die Situation
der Patienten ein.
Schmerzen und eingeschränkte Beweglichkeit machen
Osteoporosepatienten unsicher – die Beschwerden
sind vielschichtig. »Einige kommen mit einem Verdacht,
andere nach plötzlichem Sturz in die Klinik«, beschreibt
Dr. Thomas Brabant den üblichen Verlauf. Der Chefarzt
am Zentrum für Geriatrie und Frührehabilitation des Krankenhauses
St. Joseph-Stift hat sich auf die Knochenkrankheit
spezialisiert. Arztgespräch, körperliche Untersuchung,
Laborwerte und Knochendichtemessung liefern schnell
die Diagnose. Die Therapie ist oft langwieriger. »Bei der
Behandlung der Osteoporose ist immer ein Miteinander
verschiedener Methoden gefragt«, betont Brabant. Sein
›Rundum-Konzept‹ orientiert sich an medizinischen Leitlinien.
Jede Maßnahme ist ein Baustein, mit dem er den
Therapieplan zusammenstellt. Erklärtes Ziel: Schmerzen
bekämpfen und Stürze mit weiteren Knochenbrüchen vermeiden,
um die natürliche Form der Wirbelsäule zu erhalten.
Denn mit jedem Bruch steigt das Risiko für weitere.

- Sich gerade halten und die Wirbelsäule
entlasten lernen –
gemeinsam geht’s leichter. In
Rückenschulen üben Patienten,
wie sie ihren Rücken wieder
stärker machen.
»In der medikamentösen Therapie sehen wir während
der letzten fünf bis zehn Jahre erfreuliche Fortschritte«,
sagt Brabant. Hormonähnliche Substanzen hemmen den
Abbau oder fördern den Aufbau der Knochen und verringern
das Risiko für Brüche. So genannte Bisphosphonate
verdichten die Knochenstruktur. Auch Ernährungsumstellung
hilft. Kalzium und Vitamin-D-Präparate sind gut
für die Mineralisierung der Knochen. Doch mit ein paar
Tabletten ist es selten getan. »Bei der Osteoporose«, lehrt
die Erfahrung Brabants, »muss man lebenslang am Ball
bleiben.« Bei Schmerzfreiheit setzt er zusätzlich auf
Massage, Fango, Krankengymnastik, Elektro- und Thermotherapie
sowie aktive Bewegung im neuen Schulungszentrum
für Physikalische Therapie, Prävention und Rehabilitation
des St. Joseph-Stift. Hier finden nicht nur
Informationsveranstaltungen über Krankheit, richtige
Ernährung oder psychologische Betreuung statt. »Spezielle
Gruppenangebote wie Wassergymnastik holen viele aus
der Isolation und motivieren zur Bewegung«, erklärt der
Arzt den Nutzen.
Auch Kooperationen mit andern Fachdisziplinen sind
wichtig. Im Sinne der Sturzprophylaxe gilt es, Brille und
Hörgeräte optimal anzupassen. Denn »wer nicht gut sieht
oder hört, fällt auch leichter«. Bei frischen Wirbelkörperfrakturen
arbeitet der Internist im engen Austausch mit
Orthopäden der Roland Klinik. Doch Operationen seien
die Ausnahme. Das Gros der Patienten kann zügig von der
stationären Betreuung im St. Joseph-Stift in die ambulante
Tagesklinik wechseln. Wesentliche Vorteile: Die Patienten
können an allen Reha-Maßnahmen teilnehmen, und sie
haben keine weiten Anfahrtswege. Der Weg in die Normalität
des Alltags wird Schritt für Schritt geebnet.
Auch nach der Entlassung setzt sich Brabant für eine
intensive Zusammenarbeit mit den Hausärzten ein.
»Es geht es darum, möglichst viel Lebensqualität für die
Patienten zu erreichen«, lautet sein Anspruch.
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Besser vorgebeugt als vorgekrümmt
Dr. Thomas Brabant, Osteoporosespezialist am Krankenhaus St. Joseph-Stift,
erklärt, wie man sich vor Knochenschwund schützt.

- Dr. Thomas Brabant,
erfahrener Spezialist
für Osteoporose
- Gesundheit :)Bremen: Bei Osteoporose spielt die Vorbeugung eine wesentliche Rolle. Wie kann man sich vor der Krankheit schützen?
- Dr. Thomas Brabant: Als individuelle Prävention
bei Gesunden können kalziumreiche Ernährung
und Vitamin D, Bewegung, Reduktion von Alkohol
und Nikotin empfohlen werden.
- Gesundheit :)Bremen: Wann sollte man mit diesen Maßnahmen beginnen?
- Dr. Thomas Brabant: Je nach individueller Risikosituation, insbesondere
bei erhöhtem familiärem Auftreten, sollte man schon
frühzeitig in der Jugend auf eine an Kalzium und
an Vitaminen reiche Ernährung wert legen. Bewegung,
das heißt Druck und Zug am Knochen, ist
essentiell für den Aufbau und Erhalt des Skelettes.
Regelmäßige körperliche Aktivität ist somit eine
wichtige Säule bei jeder Osteoporose-Therapie.
- Gesundheit :)Bremen: Über 60 Prozent der Betroffenen bleiben heute trotz effektiver Therapiemethoden unbehandelt. Woran liegt das?
- Dr. Thomas Brabant: Osteoporose wird im klinischen Alltag häufig nicht
bemerkt. Dies ist umso bedauerlicher, als die Folgekosten
der Osteoporose das Gesundheitswesen jährlich
mit ca. fünf Millionen Euro belasten. In wohlhabenden
Ländern erleiden mehr als ein Viertel aller
70 Jahre alten Frauen eine osteoporotische Fraktur.
- Gesundheit :)Bremen: Mit welchen Beschwerden sollte man sich an einen Arzt wenden?
- Dr. Thomas Brabant: Bei familiärem Risiko, bei Rückenschmerzen, Untergewicht,
Größenverlust und wenn Schmerzen im
Rücken unter Belastung, beim Tragen von geringem
Gewicht, nach längerem Liegen oder Stehen auftreten,
sollte man an Osteoporose denken.
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Schnell wieder schmerzfrei
Die Orthopädie des DIAKO ist auf die Kyphoplastie spezialisiert.
Damit werden eingebrochene Wirbel von Osteoporose-Kranken
aufgerichtet, sodass die Schmerzen verschwinden.

- Professor Dr. Gerhard P. Lenz,
Experte für Osteoporose-Behandlungen,
erklärt einer Patientin am
Röntgenbild die Diagnose.
Etwa sechs Millionen Menschen leiden in Deutschland an
Osteoporose. Die Erkrankung führt zu einer verminderten
Knochenstabilität – ein erhöhtes Knochenbruchrisiko
ist die Folge. Die häufigste Komplikation stellen deshalb
Brüche der Wirbelkörper dar. Kyphoplastie ist eine relativ
neue Form der Therapie – und ein Spezialgebiet der
Orthopädischen Klinik am DIAKO Ev. Diakonie-Krankenhaus.
Schon kleinste Anlässe wie Bücken oder Drehen des Oberkörpers
können bei Osteoporosekranken zu Brüchen
der Wirbelkörper führen. Das ist äußerst schmerzhaft und
zieht weitere Schäden nach sich, denn durch den Bruch
wird der Belastungsstress auf die umliegenden Wirbelkörper
vergrößert. Bänder und Muskeln des Rückens werden
überlastet und das Risiko wächst, dass ein benachbarter
Wirbelkörper ebenfalls bricht.
Teufelskreis: Vom Bruch zur Depression
Bei einer Osteoporose verlieren die Menschen an Körpergröße
und bilden einen auffälig runden Rücken aus,
den so genannten Witwenbuckel. Ihre Muskeln werden
schwächer, sie gehen langsamer und fallen häufiger und
sind dann in Gefahr, sich weitere Frakturen zuzuziehen.
Wegen der Veränderungen an der Wirbelsäule und der
Schmerzen können sich Patienten schlechter bewegen,
und die verminderte körperliche Aktivität führt dann zu
weiterem Knochenabbau.
Osteoporose-Kranke leiden oft an Schlafstörungen und
Appetitlosigkeit. Damit wächst die Gefahr von Depressionen
samt Problemen mit dem Partner oder dem sozialen
Umfeld. »Das Ziel unserer Behandlung ist daher die
Wiederherstellung der normalen Form der Wirbelkörper«,
sagt Prof. Dr. Gerhard P. Lenz, Chefarzt der Orthopädischen
Klinik des DIAKO. Das gelingt aber nur bei möglichst
frühzeitiger Diagnose und gezielter Behandlung.
Erfolgreiches Mittel der Wahl ist die Kyphoplastie.
Dabei führt der Orthopäde zunächst zwei Katheter unter
Röntgenkontrolle in den eingedrückten Wirbelkörper
ein. An der Spitze der Katheter befindet sich ein Ballon,
der mit Druck aufgefüllt werden kann – der Wirbelkörper
kann wieder aufgerichtet werden. Es entstehen zwei vorgeformte
Höhlen, in die dann Knochenzement eingefüllt
wird. Bei 90 Prozent aller Patienten führt die Kyphoplastie
zu einer umgehenden Schmerzlinderung.
Frühzeitige Diagnose führt zum Behandlungserfolg

- Die Wirbelsäule: ein komplexes Gefüge, das den Menschen aufrecht hält.
Das Verfahren kann mit ›Schlüsselloch-Chirurgie‹
ohne großen Eingriff in den Körper – also minimal-invasiv
– angewandt werden, wobei Patienten unter Vollnarkose
operiert werden. Notwendige Voruntersuchungen
sind Standard-Röntgenaufnahmen und eventuell die
Kernspintomographie, die darüber Auskunft gibt, wann
der ›Eindruckbruch‹ entstand. Grund: Eine Wiederaufrichtung
von eingebrochenen Wirbelkörpern gelingt nur
in den ersten Wochen nach der Verletzung.
Nach der Behandlung werden die Schmerzen der Patienten
sehr rasch weniger, sodass sie wieder aufstehen,
umhergehen und auch nach kurzer Zeit die Klinik verlassen
können. Gute Aussichten für Patienten, die wegen der
enormen Beschwerden an den Rollstuhl gefesselt sind:
Sehr viele von ihnen können nach der Behandlung wieder
gehen, wenn die Ursache allein auf die osteoporotischen
Veränderungen der Wirbelsäule zurückzuführen ist.
Da die Osteoporose das gesamte Skelett betrifft, kann
trotz der erfolgreichen Behandlung eines Wirbelkörperbruches
ein Nachbarwirbel brechen. Bei Patienten, die mit
einer Kyphoplastie behandelt wurden, beträgt der Risikofaktor
etwa zehn Prozent. In unbehandelten Fällen gehen
die Ärzte davon aus, dass rund 40 Prozent der Patienten
eine weitere Fraktur erleiden.
»Die Kyphoplastie verbessert bei einer großen Zahl der
Patienten die Lebensqualität deutlich«, sagt Prof. Lenz.
Allerdings müsse die Osteoporose genauestens diagnostiziert
und gezielt medikamentös und krankengymnastisch
behandelt werden.
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Die Krankenpflegeschule der Freien Kliniken
Die Bremer Krankenpflegeschule der freigemeinnützigen
Krankenhäuser öffnet mit ihrem Ausbildungskonzept
die Tür zu einem Beruf mit Zukunft.

- »Die Ausbildung an der Bremer Krankenpflegeschule
gefällt mir, weil hier ein würdevoller
Umgang mit den Menschen sehr ernst genommen
wird.«
Silke Strack, 19 Jahre, 2. Ausbildungsjahr
Im Oktober 2002 gründeten das DIAKO Ev. Diakonie-Krankenhaus,
das St. Joseph-Stift und das Rotes Kreuz Krankenhaus
(RKK) ihre gemeinsame Krankenpflegeschule im
umgebauten und renovierten Gebäude der Bremischen
Schwesternschaft in der Neustadt. Angehende ›Gesundheits-
und Krankenpfleger‹ lernen hier Praxis und Theorie
eines anspruchsvollen Berufes.
Seit Einführung des neuen Krankenpflegegesetzes 2004
wird der Lehrplan der dreijährigen Ausbildung zum
Gesundheits- und Krankenpfleger mit wissenschaftlicher
Begleitung des Fachbereichs Pflegewissenschaften der
Uni Bremen weiterentwickelt. Die Lerninhalte stammen
aus dem wirklichen Leben. An Fallbeispielen erarbeiten
die Schüler eigenständig Handlungs- und Lösungswege:
Worauf muss ich bei Patienten achten, woher bekomme
ich die richtigen Informationen, welche Behandlungsmittel
eignen sich beispielsweise, um eine offene Wunde
zu versorgen?
Neben dem fachlichen und methodischen Wissen wird
auch auf die sozialen und kommunikativen Fähigkeiten
der Azubis Wert gelegt. »Beratung und Anleitung von
Patienten und Angehörigen, Gesundheitsförderung oder
die Pflege chronisch kranker Menschen sind nur einige
Beispiele für die zusätzlichen Anforderungen an die Fachkräfte
von heute«, betont Barbara Venhaus-Schreiber,
Direktorin der Bremer Krankenpflegeschule.
Pro Jahr starten 75 ›Neue‹ ihre Ausbildung, die dafür ein
Abitur oder einen Realschulabschluss vorweisen oder die
Hauptschule plus eine zweijährige Ausbildung absolviert
haben müssen. Während ihrer Praxisblöcke lernen sie
alle drei beteiligten freigemeinnützigen Kliniken kennen.
»Das ist ein großer Vorteil«, erklärt Angelika Alke, Vorstandsvorsitzende
der Schule und Pflegerische Geschäftsführerin
im RKK. »Jede Klinik hat Schwerpunkte, die ganz
besondere Kompetenzen
in der Pflege voraussetzen.«
Das Lernspektrum
ist umfassender, als wenn man in
einem einzigen Haus ausgebildet wird, und die Arbeit ist
spannend und vielfältig.

- »Was mir an der Ausbildung hier am meisten gefällt, ist das praktische Lernen an Fallbeispielen und die freundliche Atmosphäre zwischen Lehrern und Schülern.« Jan Kirchhoff, 30 Jahre, 2. Ausbildungsjahr
Der Andrang an der Schule ist groß, denn für gute Pflegefachkräfte
gibt es vielfältige Einsatzmöglichkeiten.
»Der Bedarf wird sich weiter in den ambulanten Bereich
verlagern«, meint Venhaus-Schreiber. Einsatzorte sind
neben Krankenhäusern beispielsweise ambulante Pflegedienste
oder Tageskliniken. Und die Schulabsolventen
haben dort gute Chancen: Ein halbes Jahr nach dem Examen
haben über 80 Prozent der Schüler eine Stelle.
Kontaktadresse
Bremer Krankenpflegeschule
St.-Pauli-Deich 25
28199 Bremen
info@krankenpflegeschule-bremen.de
www.krankenpflegeschule-bremen.de
Telefon: 0421 - 55 99-441
Fax: 0421 - 55 99-445
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Wie halten Sie sich fit, Herr Lemke?
- Wie fit fühlen Sie sich gerade?
Topfit.
- Sie sind ja ein passionierter Läufer.
Haben Sie noch Lust auf andere
Sportarten?
Im Sommer wandere ich sehr gern,
und im Winter geht es zum Abfahrtsskilaufen.
- Wie achten Sie auf Ihre Ernährung?
Regelmäßige gesunde Ernährung ist
mir für das allgemeine Wohlbefinden
sehr wichtig – wenig Fett, viel Salat.
- Und bei welcher Kalorienbombe werden Sie schwach?
Bei Nussmarzipantorte.
- Was halten Sie von Vitaminen undMineralien in Pillenform?
Gar nichts. Wir verfügen über ausreichend
gehaltvolle Lebensmittel.
- Männer sind Hypochonder. Was sagen Sie zu dieser Erfahrung leidgeprüfter Frauen?
Aus meiner persönlichen Erfahrung kann ich das nur bestätigen.
- Leistungssport schon in der Grundschule – eine gute Idee?
Viel Sport und Bewegung in der
Grundschule finde ich besser.
Wenn man dabei frühzeitig Talente
entdeckt – umso besser.
- Wie entspannen Sie sich nach einem langen Politiker-Tag?
Mit einem Buch kurz vor dem Einschlafen.
- Was raten Sie Bewegungsmuffeln?
Treiben Sie mit guten Freunden die
Sportart, die Ihnen am meisten
zusagt. Ich fi nde, man kann gut mit
kurzen Strecken eine Jogging-Karriere beginnen. So habe ich zum
Beispiel meine Frau zum Marathon
gebracht.
- Gesundheit ist mehr als die Abwesenheit von Krankheit, sagt die Weltgesundheitsorganisation. Die wichtigsten Quellen für Ihr Wohlbefinden?
Meine Familie, gesunde Ernährung,
Sport, berufliche Erfüllung.
- Welchen Sport möchten Sie treiben, wenn Sie 70 sind?
Unbedingt mit meinen Freunden
weiterhin Marathon laufen.
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Vom Glück des Alters

- Klaus Haak war lange Jahre TV-Journalist bei Radio Bremen und arbeitet heute als Gesundheitsberater in Bremen.
Haaks gesunde Welt
Alter – was sieht man da vor sich? Krankheit vielleicht, Abhängigkeit,
Angst vorm Sterben. Keine Frage: Der Organismus
wird mit zunehmendem Alter anfälliger und braucht
oft ärztliche Unterstützung. Aber trübe Gedanken sind
nicht zwangsläufig. Das zeigt eine überaus tröstliche Vergleichsstudie
zwischen Jüngeren und Älteren:
- Ältere erleben viel seltener negative Gefühlszustände. Besonders erstaunlich: Sogar sehr alte Menschen leiden weniger unter Depressionen und Niedergeschlagenheit als Jüngere.
- Ältere schaffen es besser als jüngere Menschen, gute Laune über längere Zeit zu bewahren und bewältigen negative Gefühle schneller.
- Das Spektrum der Gefühle ist im Alter viel breiter als bei den meisten Jüngeren. Wo Jüngere nur Braun sehen, erkennen Ältere die Farben Beige, Mokka, Nuss …
Dass wir heute früher und bei besserer Gesundheit als je
zuvor in den Ruhestand gehen, ist eine Chance: im Alter
endlich das zu finden, wonach sich viele Menschen vor
allem in den mittleren Jahren in der Hetze unserer Zeit
sehnen – zu Ruhe und Besinnung zu kommen, das Wichtige
sehen, das Unwichtige vergessen! Dabei in Bewegung
und nicht allein zu bleiben, sich für andere zu engagieren,
ist eine Weisheit, die auch der Gesundheit dient und
glücklich machen kann.
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Impressum
Konzept und Redaktion: Beate Hoffmann,
Imke Zimmermann, bremer medienbüro,
www.bremer-medienbuero.de
Autorinnen und Autoren dieser Ausgabe:
Beate Hoffmann (bmb), Dorothee Klaes (dk),
Knut Köstergarten (kk), Nadja Niestädt (ni),
Dr. Heidrun Riehl-Halen (riha), Lothar Steckel
(ls), Imke Zimmermann (bmb)
Gestaltung: Matthias Dörmann,
www.design-kultur.de
Idee: text+pr, www.mueller-text-pr.de
Abbildungsnachweis:
ArthroCare, GuS Kommunikation, Michael Jungblut;
Kyphon Deutschland, Marianne Menke, Marcus Meyer, proCompliance Verlag; Auszug aus Patientenaufklärungsbogen,
Nachdruck und fotokopieren
verboten, St. Joseph-Stift, Manfred Stumpf, Tristan Vankann, Ingo Wagner,
Nikolai Wolff.
Gesundheit:)Bremen erscheint zweimal
im Jahr.